Ramsloh - Es ist schon länger ein brisantes Thema in der Gemeinde Saterland: die Verkehrssituation auf und an der Mootzenstraße in Ramsloh zu den Bring- und Abholzeiten der Grundschule (230 Kinder), des Kindergartens „Pusteblume“ und der Krippe „Lünikenääst“. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zu der entsprechenden Einrichtung, doch fahren und parken dabei nicht immer vorschriftsmäßig, so dass Anwohner, Eltern, aber auch die Einrichtungen selbst zunehmend über starke Verkehrsbehinderungen zu den Stoßzeiten und vor allem Verkehrsgefährdungen geklagt haben.

Daraufhin hatte die Gemeinde ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, dass nun am Donnerstagnachmittag in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Verkehrswesen und Fremdenverkehr im Rathaus vorgestellt wurde. Per Videokamera wurden entsprechende Verkehrsbewegungen dokumentiert. Diplom-Ingenieur Heinz Mazur vom zuständigen Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr GmbH aus Hannover präsentierte die Ergebnisse und mögliche Maßnahmen. Das Interesse war groß. Zusätzlich zu den Ausschussmitgliedern nahmen Ratsmitglieder, zahlreiche Eltern und pädagogische Fachkräfte an der Sitzung teil.

Wie das Gutachten festhält, gibt es im Bereich der Zugänge zur Grundschule und zum Kindergarten keine baulichen verkehrssichernden Maßnahmen. Die Gehwege an der Mootzenstraße (Tempo-30-Zone) seien in den Spitzenzeiten überfüllt. Fußgänger und Radfahrer, die in beiden Richtung verkehren, würden sich überlagern. Eltern – unter Zeitdruck – hielten zum Teil einfach auf der Fahrbahn vor der Schule an, um ihre Kinder rauzulassen, oder sogar entgegen der Fahrtrichtung. „In Spitzenzeiten drängeln die Fahrzeuge stark, fahren zum Teil rückwärts aus Parkplatzausfahrten oder wenden auf der Mootzenstraße“, führte Mazur aus. Es komme zum Rückstau, zu Blockaden.

Grundsätzlich sei aus gesetzlicher Sicht aber genügend getan. Das Verkehrsaufkommen sei mit unter 2000 Fahrzeugen am Tag auf der Mootzenstraße zudem nicht gravierend, so Mazur.

Um die Situation jedoch zu verbessern, schlug das Planungsbüro unter anderem vor, eine Hol- und Bringzone für die Grundschule im Bereich der Parkfläche südlich der Grundschule einzurichten, einen durchgehenden Gehweg auf der Schulseite und eine Querung für Fußgänger und Radfahrer zu gestalten und am Knotenpunkt Mootzenstraße/Schulstraße einen Minikreisverkehrsplatz mit Zebrastreifen zu bauen. Die zweite Variante wäre, alle Parkplätze (Lehrer, Mitarbeiter, Hol- und Bring-Verkehre) auf dem großen Parkplatz an der Schulstraße zu bündeln.

Eine radikalere Option: die Mootzenstraße während der Schulzeit beziehungsweise zu den Bring- und Abholzeiten für den motorisierten Verkehr zu sperren (ausgenommen Lehrer/Mitarbeiter). Ein Hol- und Bringpunkt in 500 Metern Entfernung sei noch zumutbar, so Mazur. Man müsse an das Verständnis der Eltern appellieren und sie ausreichend aufklären. Der Bewegungsdrang der Grundschüler würde gefördert, wenn sie eine gewisse Wegstrecke zurücklegten und es sei gesünder.

Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, einen Arbeitskreis zu bilden aus Vertretern von Rat und Verwaltung, Eltern, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, Anwohnern, der Polizei und Verkehrsexperten wie Heinz Mazur. Dieser soll in der ersten Januarhälfte 2018 erstmals zusammenkommen und ein Konzept erarbeiten.

Sebastian Friedhoff