RAMSLOH - „Was heißt eigentlich ,Moin, Moin‘ auf Französisch?“ Der ein oder andere Mitarbeiter im Rathaus in Ramsloh musste schon zweimal überlegen, wie er die französischen Austauschschüler aus Vitry und ihre Lehrer begrüßen sollte. Doch spätestens nach der lockeren Rede von Bürgermeister Hubert Frye war das Eis zwischen Saterländern und Franzosen gebrochen.

Auch dank der perfekten Übersetzung – vom Französischen ins Deutsche und umgekehrt – der Lehrer Gerard Caron, Maria Vullo und Christiane Rosenbaum entwickelte sich eine gute Gesprächsatmosphäre im Rathaussaal. Frye nutze den Empfang auch, um die aus seiner Sicht große Bedeutung von Schüleraustauschprogrammen für das Entstehen freundschaftlicher Beziehungen zwischen Nationen hervorzuheben.

Das Resultat solcher freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern spiegele sich letztlich in der Tatsache wider, dass in Westeuropa seit 64 Jahren Friede herrsche. Für die Schüler aus Vitry und dem Saterland gebe ein Besuch einer Partnerschule im Ausland und das Wohnen bei Gastfamilien die einmalige Chance, ihre Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen.

Vom Bürgermeister erfuhren die Gäste vom Collège Pablo Neruda, dass in der 13 000-Einwohner-Gemeinde Saterland auf rund 126 Quadratkilometern Fläche viel Grün wächst und dass man hier so manche Sehenswürdigkeit entdecken kann, wie etwa die Scharreler Mühle.

Als Freunde guter Küche interessierte es die jungen Franzosen natürlich, welche Spezialitäten man im Saterland in den Kochtöpfen findet und welche kulinarischen Genüsse sie hier erwarten dürfen. Da stutzte der Bürgermeister zunächst, konnte dann doch Buchweizenpfannkuchen, Spargel und Grünkohl als Leibgerichte der Saterfriesen identifizieren. Erstaunt waren einige Austauschschülerinnen, dass beim FC Sedelsberg und bei Blau Weiß Ramsloh Mädchen erfolgreich Fußball spielen.

Die Schüler des Collège Pablo Neruda haben bei ihrem einwöchigen Aufenthalt nun Gelegenheit, bei einem Ausflug zur Insel Langeoog und bei einer Führung durchs Saterländer Westermoor verschiedene Landschaftstypen und Menschen im Nordwesten Deutschlands kennenzulernen. An drei Tagen können die Franzosen auch erfahren, was es mit der deutschen Unterrichtsmethodik auf sich hat: Dann nehmen sie gemeinsam mit ihren Partnerschülern am Unterricht am Laurentius-Siemer-Gymnasium teil.