RAMSLOH - Gleich eine ganze Horde von kreischenden und lachenden Kindern hat Lisa Eilers „umzingelt“. Trotz des Kindergeschreis bleibt die 16-jährige Schülerin des Laurentius-Siemer-Gymnasiums ruhig und lächelt in die Gesichter der kleinen Mädchen und Jungen, die auf dem Hof des St. Jakobus-Kindergartens in Ramsloh herumtollen. „Mir macht die Arbeit mit den Kindern großen Spaß“, sagt Lisa.

Ausflug in Berufswelt

Die Gymnasiastin hat in den vergangenen zwei Wochen ein Schülerpraktikum beim St. Jakobus-Kindergarten absolviert und damit – wie ihre Mitschüler des 10. Jahrgangs des Ramsloher Gymnasiums – in die Berufswelt „hineingeschnuppert“.

Lehrreiche Erfahrung

Eine lehrreiche Erfahrung für Lisa Eilers, die jeden Tag gemeinsam mit drei Erzieherinnen eine sogenannte Integrationsgruppe mit 18 Kindern betreute. Neben dem gemeinsamen Spiel mit den Kindern musste die Schülerin auch das ein oder andere Mal die kleinen Bälger trösten oder bei kleinen Wehwehchen ein großes Pflaster auf die ein oder andere Schramme kleben.

„Ich habe mich gewundert, wie viel Schreibarbeiten eine Erzieherin bei ihrer Tätigkeit im Kindergarten erledigt“, berichtet die 16-Jährige. So müssen die Betreuerinnen, wie Lisa von Gruppenleiterin Renate Dannebaum erfuhr, nicht nur die Kinder im Auge behalten, sondern das Verhalten der Kleinen auch auf Bögen dokumentieren, um so die Stärken des Nachwuchses festzuhalten und deren Schwächen zu eliminieren.

Premiere für Gymnasium

Auch für Lisas Lehrer Helmut Schröder waren die vergangenen 14 Tage eine lehrreiche Erfahrung. Der Pädagoge begleitete die 21 Zehntklässler bei ihrem „Ausflug“ in die Arbeitswelt und vermittelte den Kontakt zu so verschiedenen „Arbeitgebern“ wie dem Kindergarten St. Jakobus, der Polizeistation in Barßel oder dem Museumsdorf in Cloppenburg. „Für das Laurentius-Siemer-Gymnasium war es eine erfolgreiche Premiere, denn zum ersten Mal durften Schüler des Gymnasiums im Rahmen des Politikunterrichtes ein 14-tägiges Praktikum absolvieren“, freut sich der Lehrer.

Auch Lisa Eilers haben die 14 Tage „Hineinschnuppern“ in die Arbeitswelt eine Menge gebracht, wie sie berichtet. „Das Praktikum hat mich darin bestärkt, dass ich nach meiner Schulzeit beruflich gerne etwas mit Kindererziehung machen möchte“, sagt die Gymnasiastin.