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TAUFE Namensgebung jetzt amtlich

ANJA BIEWALD

RAMSLOH/CLOPPENBURG - Jetzt ist es amtlich: Das Gymnasium Ramsloh heißt „Laurentius-Siemer-Gymnasium“. Die Mitglieder des Kreistages votierten am Donnerstag in Cloppenburg einstimmig für den Namensvorschlag, für den sich zuvor der Kreisausschuss ausgesprochen hatte.

Dem vorausgegangen war ein Gewinnspiel des Landkreises Cloppenburg in Kooperation mit der NWZ , in dem Namensvorschläge aus der Bevölkerung gesammelt wurden. Mehr als 70 Einsendungen sind bei der Jury eingegangen. Die setzte sich zusammen aus Landrat Hans Eveslage, Reinhard Lanfer (Stellvertretender Schulausschussvorsitzender des Kreistages), Schulleiter Reinhard Dreker, Marianne Fugel (Stellvertretende Bürgermeisterin im Saterland), Steffen Haak (Stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Barßel) und Heinz-Josef Laing (Leiter der NWZ -Redaktion Friesoythe).

Die Jury sprach sich für „Laurentius-Siemer-Gymnasium“ aus, weil der Namenspatron während der NS-Zeit ein Kritiker der Rassenideologie der Nazis war und zum Widerstand gegen das Regime aufrief.

Laurentius Siemer wurde am 8. März 1888 in Elisabethfehn als Sohn des damaligen Kanalaufsehers Franz-Josef Siemer und seiner Frau Maria Josephine Franziska, geborene Diekhaus, geboren. Sein Geburtshaus ist das frühere Kanalwärterhaus, in dem heute das Moor- und Fehnmuseum zuhause ist. Nach seinem Abitur am Katholischen Gymnasium in Vechta trat Siemer in den Dominikanerorden ein. Er studierte Philosophie, Theologie, Germanistik und Geschichte.

1935 wurde Laurentius Siemer wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet und kam erst 1936 wieder frei. Von der Gestapo wurde Siemer später gesucht, weil er Kontakte zum Widerstand um Graf von Moltke und Claus Graf Schenk von Stauffenberg hatte. Der Geistliche musste sich bis Kriegsende in Schwichteler und Holdorf verstecken. Nach dem Krieg gehörte Siemer zu den Mitverfassern des Deutschen Grundgesetzes und war Generalsekretär der Deutschen Katholischen Akademikerschaft und Gründer des Dominikanerklosters Walberberg. Siemer ist Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes. Er starb am 21. Oktober 1956.

„Ein ort unberührter Wildnis“

An seine Kindheit

in Elisabethfehn hat sich Parter Laurentius Siemer gern erinnert: „In Singapur war ich, in Manila und Shanghai, in Tokio, Honolulu und San Francisco, auch in Karthago und Reykjavik, sogar in Paris, in Rom und vor drei Jahren war ich in Washington und New York. Aber nichts geht über das Elisabethfehn meiner Kinderjahre am Hunte-Ems-Kanal“.

So beschrieb

er die

Umgebung seiner frühesten Jugend: „Moor, Kanäle, Torfgräben. Dazu Menschen verschiedenster Art: katholische, niedersächsische Münsterländer und protestantische Ostfriesen. Eine katholische Kirche gab es damals nicht im Ort. (...) Eine gepflasterte Straße gab es in der ganzen Kolonie nicht. Es war zweifellos ein Ort unberührter Wildnis, wo wir aufwuchsen.“
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