RAMSLOH - Für Unverständnis und Unmut haben Äußerungen von Barßels Bürgermeister auf der vergangenen Ratssitzung des Barßeler Gemeinderates über die Verabschiedung der 10. Klassen des Laurentius-Siemer-Gymnasiums in diesem Jahr beim Rektor der Schule geführt. „Von ursprünglich 60 Schülern wurden 35 Schüler verabschiedet. Davon gehen 13 Schüler zum Wirtschaftsgymnasium und 22 zum Albertus-Magnus-Gymnasium nach Friesoythe. 58 Prozent haben es nicht geschafft und müssen in der Realschule beziehungsweise in der Hauptschule ihren Abschluss machen“, so Schulte auf der Sitzung.
Dieser Darstellung widerspricht Reinhard Dreker. „Die Zahlen stimmen einfach nicht“, so der Rektor. Nach seinen Recherchen startete der jetzige Abschlussjahrgang am LSG seinerzeit in der 5. Klasse mit 53 Schülern. Davon hätten jetzt 34 Schüler den erweiterten Sekundarabschluss I geschafft, der zum Besuch einer weiterführenden Schule berechtigt. Von den 34 Abgangsschülern gehen 15 auf das AMG in Friesoythe, 15 auf das Wirtschaftsgymnasium und drei besuchen künftig ein Technisches Gymnasium. Ein Schüler wird künftig am Unterricht der Oberstufe der Freien Christlichen Schule in Fehnhusen teilnehmen.
Von den 19 Schülern, die es nicht bis zur 10. Klasse geschafft haben, sei der Großteil zur Realschule gewechselt. Unter den jetzigen Entlassschülern der Realschule des Schulzentrums Saterland seien fünf ehemalige Gymnasiasten, die auf ihrer neuen Schule den erweiterten Sekundarabschluss I geschafft hätten. „Mir ist nicht bekannt, dass ein ehemaliger Schüler des LSG die Hauptschule besucht oder besucht hat“, so Dreker.
Den Eindruck, auf dem LSG werde unter den Schülern verstärkt „gesiebt“, widerspricht Dreker: „Unter dem jetzigen 9. Schuljahrgang mit 64 Schülern ist nur ein Sitzenbleiber.“
Bewährt habe sich im Nordkreis, dass sich bis auf etwa zehn Prozent alle Eltern an der Empfehlung der Grundschulen für den weiteren Bildungsweg ihres Kindes ab Klasse 5 halten. „Eltern informieren sich heute umfassender über die Schulformen und wissen, dass das Schulsystem durchlässig ist“, so Dreker.
Er glaubt, dass die Äußerungen Schultes politisch motiviert sind. „Er will das LSG schlecht machen, um sein Projekt Oberschule in Barßel zu fördern“, sagt Dreker.
