RAMSLOH - RAMSLOH - Mit einer Gedenkfeier wurde gestern Vormittag im Schulzentrum Saterland in Ramsloh an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. Schüler und Lehrkräfte der neunten und zehnten Klassen der Haupt- und Realschule, der Außenstelle des Albert-Magnus-Gymnasiums sowie eine Abordnung des Schulzentrums Barßel gedachten gemeinsam der Geschehnisse von vor 67 Jahren.
Schulleiter Manfred Broek erinnerte in seiner Ansprache daran, dass der Vernichtung in den Konzentrationslagern das Vernichtungsdenken mit einer „Herrenmenschen-Moral“ vorausgegangen sei. Erst kürzlich habe sich eine Schülergruppe aus dem Schulzentrum beim Besuch der polnischen Partnerschule im KZ Groß-Rosen selbst ein Bild vom Schrecken der Ereignisse gemacht. „Die Opfer haben Namen“, betonte Broek und verwies auf eine Fotoprojektion, die zwei jüdische Jungen kurz vor ihrer Ermordung zeigt. Der Besuch der Holocaust-Überlebenden Orna Birnbach im September sei eindrucksvoll gewesen. „Aber wer soll das Unvorstellbare erzählen, wenn die letzten Überlebenden von uns gegangen sind?“
Bürgermeister Hubert Frye betonte, dass das als „Reichskristallnacht“ verklärte Pogrom vom 9. November 1938 nicht der Anfang für die Verfolgung von Juden in Deutschland gewesen sei, sehr wohl aber eine erhebliche Verschärfung bedeutet habe. „Es ist wichtig, sich mit der Geschichte zu befassen, um die Zukunft zu gestalten.“
Pastor Hubert Moormann und Pastor Florian Bortfeldt gedachten als Vertreter der Kirchen der Opfer des Nationalsozialismus. Pastor Bortfeldt erzählte den Anwesenden die bewegende Geschichte seiner Großmutter, die selbst Augenzeugin der Verbrechen wurde.
Als Symbol für Frieden, die Abkehr von Gewalt und das Nichtvergessen wurde im Beisein von Dr. Irmtraud Kannen von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit ein Leuchter von den Schülern der Außenstelle des Albert-Magnus-Gymnasiums an das Schulzentrum Saterland überreicht.
Für die musikalische Untermalung der Gedenkfeier sorgte der Schulchor.
