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PRÄVENTION Wer lauert im Chat hinter „sabine95“?

SVEN KAMIN

RAMSLOH - „Was glaubst du“, fragt Harald Nienaber von der Polizei Cloppenburg eine Schülerin, „wer verbirgt sich hinter dem Internet-Spitznamen ,sabine95’?“ „Vielleicht eine Sabine die 1995 geboren worden ist“, antwortet die Schülerin. „Wenn du Glück hast“, sagt Nienaber, „dann ist es eine 13-jährige Sabine aber wenn du Pech hast, kann es auch ein 50-jähriger Bernd aus Oldenburg sein, der auf diesem Weg versucht, über die Unterhaltung in einem Chatraum, an ein junges Mädchen heranzukommen.“ Und für einen kurzen Moment hat man das Gefühl, dass die Schüler der Klasse 7a am Schulzentrum Saterland von dieser Möglichkeit durchaus geschockt sind. Harald Nienabers These ist einfach: In den anonymen Internetwelten ist es schwer, hinter die vermeintlichen Identitäten und Motive der Nutzer zu schauen.

Um die Schüler auf die Gefahren, die sich daraus ergeben, hinzuweisen und ihnen zu sagen, wie sie sich schützen können, startet die Polizeiinspektion Cloppenburg zusammen mit dem Schulzentrum Saterland und dem Niko-Schulsozialprojekt des Caritas Sozialwerkes erstmals die Projektwochen „Gewaltprävention“ am Schulzentrum. Polizisten und Experten verschiedener Sozialprojekte gehen in die siebten Klassen, um die Schüler über Gewaltformen wie Schlägereien, Sachbeschädigung, Erpressung aber auch Mobbing und eben Gewalt im Internet zu informieren. „Wir haben einfach gemerkt, dass gerade im Bereich Internet noch großer Informationsbedarf besteht“, sagt Nuray Yüksel vom Niko-Projekt.

Inzwischen ist praktisch jeder Haushalt ans Internet angeschlossen. „Etwa ein Drittel der Jugendlichen hat einen PC mit Internetzugang im eigenen Zimmer“, sagt Nienaber. Zudem verbrächten Schüler im Alter zwischen 12 und 15 etwa fünf Stunden täglich vor Internet, Fernseher oder Spielekonsole.

Zentraler Bestandteil von Nienabers Vortrag ist es, den zumeist interneterfahrenen und in zahlreichen Chaträumen angemeldeten Schülern bestimmte Risiken aufzuzeigen: So könnten schwarze Schafe Bilder der Schüler aus deren Nutzerprofilen auf ihrem Rechner abspeichern, manipulieren oder im schlimmsten Fall auf Porno- oder ähnliche Schmuddelseiten hochladen. „Und wer kann das rein theoretisch alles tun?“ Fragt er noch einmal in die Runde. Stille. „Was heißt denn www?“ „World wide Web“, sagt einer. „Richtig. Also im Prinzip kann das jeder auf diesem Planeten, der mit dem Internet verbunden ist tun“, erklärt Nienaber. Wieder Stille. Und dann gibt Nienaber ganz konkrete Tipps, wie man sicherer im Internet unterwegs sein kann (siehe Kasten). Wichtig sei in jedem Fall, immer das Misstrauen zu behalten und keine privaten Daten preiszugeben.

Für Harald Nienaber ist die Informationsveranstaltung vor allem wichtig, weil es in den seltensten Fällen eine effektive Kontrolle durch die Eltern gibt. „Auch die so genannten Jugendschutzfilter helfen nicht immer sicher und die Eltern, die diese installieren, sollten sich nicht allein darauf verlassen.“

Aus diesem Grund appelliere Nienaber an die Schüler: „Normalerweise müssen Eltern ihre Kinder schützen. Aber weil ihr euren Eltern in Sachen PC oft weit überlegen seid, müsst ihr euch in diesem Fall selbst schützen.“

Chatten, aber sicher! das sind die Tipps vom experten

Das Chatten,

also das Unterhalten oder Flirten in speziellen Chaträumen im Internet, kann viel Spaß machen, birgt aber auch einige Risiken.

Unter falscher Identität,

oft als gleichaltrige getarnt, versuchen zum Beispiel Pädophile in den Chaträumen Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen und Vertrauen aufzubauen.

Folgende Sicherheitsregeln

sollten deshalb immer beachtet werden:

1. Gib niemals

deinen Namen, Adresse, Telefonnummern oder andere persönliche Daten im Internet heraus.

2. Gib dir

einen sicheren Spitznamen, also einen von dem man nicht auf Dein Alter, Geschlecht oder Alter schließen kann. Und richte dir eine anonyme E-Mailadresse nur für den Chat an.

3. Verlasse

den Chat wenn dir etwas verdächtig vorkommt, oder du ein ungutes Gefühl hast.

4. Falls

du dich mit einer Chatbekanntschaft treffen willst, triff dich niemals alleine, sondern informiere deine Eltern und nimm beim unbedingt einen Erwachsenen mit.

Mehr Tipps unter

www.polizei-cloppenburg.de

Diese NWZ -Serie erläutert unterschiedliche Themen in den Schulen und verfolgt, wie Lernziele umgesetzt werden.

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