RAMSLOH - Kleine und große „Wasserratten“, die im Becken toben, sind in Hallen- und Freizeitbädern dieser Region kein seltenes Bild. Aber auch weinende Kinder am Beckenrand entdeckt der aufmerksame Schwimmer immer und immer wieder. Diesen Kinder will die DLRG-Ortsgruppe Saterland helfen. Seit fünf Jahren bietet das Team zweimal wöchentlich den Intensivierungskurs an. Dieser ist gedacht für Kinder, die zwar das Seepferdchenabzeichen besitzen, aber noch nicht genügend Ausdauer und Kraft haben, um an weiterführenden Schwimmangeboten teilzunehmen.

In der Region einzigartig

Der Parkplatz vor dem Freizeitbad Ramsloh ist daher mittwochs und sonnabends proppevoll. Autos aus Leer, dem Emsland und Landkreis Cloppenburg deuten bereits daraufhin, dass hier etwas Besonderes los sein muss. „Unsere Kinder kommen fast von überall her. Soweit ich weiß, sind wir die Einzigen in der Region, die ein solches Angebot anbieten“, sagt Carsten Brumund von der DLRG. „Uns ist schon lange aufgefallen, dass die Kinder heutzutage eher planschen als schwimmen“, sagt Leonard Hanekamp, der die Ortsgruppe Saterland vor über 30 Jahren gründete. „Wir versuchen, den fünf- bis neunjährigen Kindern zu vermitteln, wie man richtig schwimmt“, betont Hanekamp. Um intensiv mit dem Schwimmnachwuchs zu arbeiten, besteht eine Gruppe aus höchstens zehn Kindern und mindestens drei Betreuern. Dann wird das Zusammenspiel der Arm- und Beinbewegung geübt, genauso wie die richtige Atmung. „Bisher haben wir noch jedem Kind das Schwimmen beigebracht“, sagt Hanekamp stolz. „Dass Hopfen und Malz bei

jemandem verloren ist, gibt es kaum.“

Höhere Ansprüche

Auch in diesem Jahr sind wieder beide DLRG-Kurse im Freizeitbad Ramsloh ausgebucht, doch kann man sich bei der Saterländer Ortsgruppe auf die Warteliste setzen lassen. Je nachdem, wie schnell die Kinder lernen, können auch zügig Plätze frei werden. Manche Kinder bräuchten nur fünf bis sechs Wochen zum Erlernen der Schwimmtechnik, andere ein Jahr. Entscheidend aber sei auch, ob in den spezifischen Fällen auch das Kind, oder nur die Eltern den Schwimmkurs wollen. „Wer bei uns das Seepferdchenabzeichen machen will, den erwarten auch höhere Ansprüche“, sagt Carsten Brumund. Die Kinder in Ramsloh müssen so statt der vorgegebenen 25 Meter 50 Meter schwimmen. Das überzeugte auch die Eltern – und härtet ab: „Die Kinder, die hier durch unsere Schule gegangen sind, gewinnen später meistens die Schwimmwettbewerbe in der Schule und im Verein“, sagt Leonard Hanekamp.