RAMSLOH - Der Heimatverein Saterland – Seelter Buund – hat auf der Mitgliederversammlung des Seelter Buund im Landgasthof in Ramsloh Eltern und Großeltern dazu aufgefordert, mit ihren Kindern oder Enkeln „seeltersk“ zu sprechen. Nur so können diese Minderheitensprache auf Dauer erhalten werden und eine Überlebenschance haben.

Obwohl noch rund 350 Jungen und Mädchen an den Grundschulen, dem Schulzentrum und in den Kindergärten des Saterlandes an den saterfriesischen Arbeitsgemeinschaften teilnehmen und dort das Saterfriesische erlernen, macht sich Johanna Evers als Lehrfachkraft für das Saterfriesische große Sorgen um die abnehmende Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an den Schulen. Dennoch konnte sie den Heimatfreunden jetzt berichten, dass an den Grundschulen und dem Schulzentrum noch 207 Jungen und Mädchen am Saterfriesisch-Unterricht teilnehmen. Auch in den Kindergärten sind es noch rund 150 Kinder, die sich für den „Seeltersk-Unterricht“ interessieren.

Zur Mitgliederversammlung des Seelter Buund, die nahezu komplett auf „seeltersk“ abgehalten wurde, konnte Boas Heinrich Pörschke nicht nur viele Heimatfreunde, sondern auch Bürgermeister Hubert Frye, den Ehrenbürger der Gemeinde Saterland und Ehrenmitglied Dr. Marron C. Fort und Professor Dr. Jörg Peters von der Uni in Oldenburg begrüßen.

In seinem Jahresbericht berichtete der Boas über die Aktivitäten des Vereins und die Teilnahme an vielen Treffen, die dem Erhalt der Minderheitensprache dient. Aus der Arbeit des Komitees für Regional und Minderheitensprachen (EBLUL) in Deutschland, deren Präsident der Karl-Peter Schramm von den Saterfriesen ist, berichtete Johanna Evers. Aus der Erkenntnis heraus, das eine Unterrichtsstunde „Seeltersk“ in den Kindergärten eigentlich viel zu wenig sei und um die Präsens in den Kindergärten auszuweiten, bemühe man sich derzeit gemeinsam mit Professor Dr. Jörg Peters von der Uni Oldenburg um eine Projektfinanzierung, dass wenigstens von 9 bis 12 Uhr in den Kindergärten Tag für Tag eine Fachkraft da ist, die mit den Kindern nur „seeltersk“ spricht. Diese Idee wurde bereits mit den Leiterinnen der Kindergärten besprochen; jetzt gehe es um das Gelingen der Projektfinanzierung.

Germanistik Professor Dr. Jörg Peters von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, der auch für Niederdeutsch und Saterfriesisch zuständig ist, stellte sich und seine Arbeit bei den Saterfriesen vor. Zwar werde Niederdeutsch im Rahmen der Studiengänge Germanistik bereits an der Uni angeboten, für Saterfriesisch hingegen könne derzeit noch kein Angebot gemacht werden. Es seien Forschungsprojekte zum Saterfriesischen geplant, so eine Dissertation zum Gebrauch der saterfriesischen Sprache und Sprachenpolitik und eine Erneuerung der Studie von Professor Stellmacher von vor 15 Jahren zur Verbreitung der saterfriesischen Sprache.