Ramsloh - Künftig werden die Mitarbeiter des Rathauses in Ramsloh in Kauf nehmen müssen, dass es etwas lauter und wilder zugehen könnte. Denn ab Sommer werden Kinder ins Rathaus einziehen.
Die Gemeinde Saterland plant, unter dem Dach Räume für bis zu drei Kindergartengruppen (inklusive Krippenkinder) einzurichten. Grund dafür ist, dass die geplante vierzügige Kindertagesstätte an der Möhlenschleede in Ramsloh-Hollen nicht vor Frühjahr 2020 fertig sein wird und für das Kindergartenjahr 2019/2020 voraussichtlich bis zu 50 Plätze fehlen werden, teilte Bürgermeister Thomas Otto mit.
Sowohl der katholische Kindergarten St. Jakobus als auch der kommunale Kindergarten „Pusteblume“ in Ramsloh hätten Eltern bereits Absagen erteilen müssen, die ihre Kinder für das nächste Kindergartenjahr anmelden wollten. Auf den Engpass habe man reagieren müssen.
Am Donnerstag habe der Landkreis Cloppenburg schriftlich den Bau der geplanten Kita an der Möhlenschleede genehmigt. Mit den Bauarbeiten begonnen werden soll laut Otto Anfang Mai. Der Auftrag dafür sei bereits vergeben worden. Der Verwaltungsausschuss habe zudem am Mittwoch die Übergangslösung mit dem Rathaus einstimmig beschlossen, wenngleich der Bürgermeister eine andere Lösung besser gefunden hätte.
„Ich habe favorisiert, Räume in der Grundschule Ramsloh mit zu nutzen“, sagt Otto. Nachgedacht worden sei auch über Container – laut Bürgermeister aber die schlechtestes Lösung. So kurzfristig hätte auch kein geeignetes Gebäude angemietet werden können. „Die Ausschreibung für den Umbau des Rathauses soll möglichst schon nächste Woche erfolgen“, sagt der Bürgermeister. Der Umbau unter dem Dach des Rathauses umfasst neben den geplanten Gruppenräumen auch Sanitäreinrichtungen, ein Büro für die Kindergartenleitung und eine Küche. Auch ein eingezäunter Spielplatz soll hinter dem Rathaus gebaut werden. Im kleinen Sitzungssaal im ersten Stock wird künftig getobt. Er soll zum Bewegungsraum umfunktioniert werden.
100 000 Euro an Baukosten nannte der Bürgermeister für das gesamte Vorhaben. Das Dachgeschoss habe aber sowieso für Büroräume ausgebaut werden sollen. Von daher seien bereits Mittel in den Haushalt eingestellt worden. Zusätzlich entstehen Kosten für die Ausstattung, die später dann aber mit in die neue Kita an der Möhlenschleede genommen wird. Die Räume im Dachgeschoss könnten später als kleiner Betriebskindergarten genutzt werden, so Otto.
Einen Namen gibt es auch schon für den Übergangs-Kindergarten: „Rathaus-Mäuse“. Doch was werden die Rathausmitarbeiter davon halten? „Für das Rathauspersonal wird es eine hohe Belastung darstellen“, sagt Bürgermeister Otto. Gerade zu den Hol- und Bringzeiten werde das der Fall sein. „Wir wollen in der nächsten Woche eine Personalversammlung durchführen und für Verständnis werben.“ Damit ist die Gemeinde Saterland wohl die erste und einzige, die solch eine Übergangslösung in Norddeutschland anbiete, so Otto abschließend.
