RAMSLOH - Interessiert bis begeistert zeigten sich die zehn Vorschulklassen-Kinder des St. Anna-Kindergartens Bösel, die sich am Dienstagvormittag das Vivarium des Schulzentrums Saterland in Ramsloh anschauten. „Die Kinder sollen mit fremden Tieren in Berührung kommen und lernen, wie vielfältig die Natur ist“, begründeten die mitgereisten Erzieherinnen Ulla Aumann und Doris Johannes den Besuch.
Florian Häselbarth, der das Projekt im Januar 2007 ins Leben rief, bot den Kleinen einen kindgerechten Biologieunterricht zum Mitmachen und Anfassen. Aumann und Johannes versprechen sich von dem Besuch positive pädagogische Effekte in vielerlei Hinsicht. „Wir wollen die Aufmerksamkeit, Sprache und Kognition der Kinder schulen, sie dazu bringen, genau hinzuschauen und Unterschiede zu erkennen.“ Wie bei afrikanischen Achatschnecken, die durch ihr zehn Zentimeter langes Haus rund 20 Mal größer sind als einheimische Schneckenarten.
So spannend die verschiedenen Fischarten, Bartagamen und Vogelspinnen auch waren, besonders angetan hatte es den Kindern die rote Kornnatter. „Die Schlange fand ich am besten, weil sie sich so schnell bewegen kann“, sagte Justin (6). Auch die sechsjährige Sophia war von der Natter beeindruckt: „Ich habe zum ersten Mal eine Schlange angefasst und hatte gar keine Angst“, sagte sie stolz. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Vorschulkinder das Erlebte und Gelernte im Unterricht zum Projektthema „Tiere“ weiter vertiefen.
Der Lehramt- und Biologiestudent Häselbarth freut sich über die Entwicklung des kleinen Schulzoos, der erst im November in einen größeren Raum umgezogen ist. Mittlerweile laufe selbst die Reinigung der Terrarien und Aquarien nahezu reibungslos unter der Regie der etwa 30 Haupt- und Realschüler, die im Unterricht auf den Umgang mit den Tieren vorbereitet werden. Auch die Pflege und Fütterung während der Ferien übernehmen sie selbstständig. Neben einem erhöhten Verantwortungsbewusstsein hätten die Schüler dabei auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und ein Naturverständnis für den Tier- und Artenschutz entwickelt, so Häselbarth.
Die Pläne der Schulleitung, das Vivarium auf den Innenhof auszudehnen seien bereits so weit vorangeschritten, dass das Konzept im Frühjahr verwirklicht werden kann, sagte Häselbarth. Geplant seien Freigehege mit einheimischen Reptilien und Amphibien, wie europäische Sumpfschildkröten, Zauneidechsen und Krötenarten.
