RASTEDE - Abschluss einer legendären Reise: 178 Abiturienten der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede haben am Donnerstagvormittag in der Mehrzweckhalle an der Feldbreite ihre Reifezeugnisse erhalten. Es ist der letzte Eintrag im Logbuch der Abi-Piraten, die sich das Motto Fluch der Kabirik Zwei Crews, ein Ziel gegeben haben.
Legende geschrieben haben Sie ohne Zweifel zunächst aber ohne Ihr eigenes Zutun, betonte Schulleiter Gerd Kip und erklärte: Sie werden in die Geschichte der niedersächsischen Bildungspolitik eingehen als der gefeierte Doppelabiturjahrgang 2011.
Der Schulleiter sparte in diesem Zusammenhang nicht an Kritik mit Blick auf das Turbo-Abi: Die Erkenntnis, dass es sich bei dem G8-Schiff weniger um eine Galeere handelte, deren Geschwindigkeit man durch die Erhöhung der Schlagzahl durch verdichteten Unterricht beschleunigen kann, hat zu Kurskorrekturen in der Zusammenführung mit dem trägeren G9-Handelsschiff geführt, um gemeinsam als Piraten des Ammerlandes auf der Black Pearl Tortuga, den Hafen der Glückseligkeit, zu erreichen, führte Kip aus.
Glückselig wirkten die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Verabschiedung in der Tat. Doch auch etwas Wehmut schwang mit, als Sebastian Katzer, Felix Virmani und Hendrik Voiß ihre ansonsten heitere Rede für den Abiturjahrgang hielten. Der Tag ist so leer ohne Schule, die einem eine Struktur gegeben hat, sagten sie. Und auch die Tatsache, dass sich nun nach dem Ende der gemeinsamen Schulzeit die Wege vieler trennen werden, riefen sie in Erinnerung: Heute ist wohl der letzte Tag, an dem wir als Jahrgang noch einmal komplett zusammen sind, sagte Sebastian Katzer.
Diese Botschaft fand sich auch verpackt in einem Lied, das die Schüler des Schwerpunktkurses Musik vortrugen. Das Wichtigste sind wir und das Jetzt und Hier und dass wir alle hier zusammen sind! Ganz egal, ob das so bleibt oder auseinander treibt: Es zählt jetzt nur, dass wir zusammen sind, sangen sie.
Einen ganz besonderen Dank richteten die drei Schüler Sebastian Katzer, Felix Virmani und Hendrik Voiß an die Sekretärinnen Sabine Eisermann, Monika Hellmerichs und Nicole Malich. Sie sind das Herz unserer Schule, versicherten die Abiturienten.
Stehende Ovationen gab es für die an hochklassige Satire erinnernde Jahrgangsrede, die Lehrer Christian Buckmann hielt. Warum er für die Aufgabe, den Doppeljahrgang mit freundlichen Worten aus der Schule zu entlassen, bestens geeignet sei, erklärte er gleich selbst. Zu Hause habe ich meinen eigenen Doppeljahrgang. Ich habe Zwillinge.
Von ganzem Herzen gratulierte auch Bürgermeister Dieter Decker den Abiturienten. Mit dem Abitur haben Sie zur Gestaltung ihrer Zukunft einen wichtigen Baustein gesetzt, sagte er. Decker forderte die Absolventen auf: Nehmen Sie die neuen Herausforderungen an und seien Sie bereit, sich häufig neu zu orientieren. Seien Sie selbst die Konstrukteure Ihrer Zukunft.
Bevor Schulleiter Gerd Kip und Gymnasialzweigleiter Malte Bormann zeigen konnten, dass sie die Übergabe der Zeugnisse und die Gratulation perfektioniert hatten (bei knapp 180 Schüler auch ein notwendiges Muss), lieferte Oberstufenkoordinatorin Claudia Berger noch etwas Statistik. Am Anfang des Doppeljahrgangs standen die vier zehnten Klassen mit 93 Schülern und die fünf elften Klassen mit 129 Schülern.
Zur Prüfung zugelassen wurden schlussendlich 178 Schüler, 170 von ihnen bestanden, acht erlangten den schulischen Teil der Fachhochschulreife. Mit einem Gesamtnotenschnitt von 2,76 liegt der Doppel-Jahrgang auf ähnlichem Niveau wie die Vorgänger-Absolventen (2010: 2,48, 2009: 2,72). Welche Crew (G8 oder G9) am Ende besser war, könne man im Übrigen nicht endgültig bestimmen. Die G8er schlossen mit 2,74, die G9er mit 2,77 ab. Dafür erreichten 11,3 Prozent der G9er, aber nur 9,5 Prozent der G8er eine Eins vorm Komma.
