RASTEDE - Was haben die Leiden des jungen Werther mit Pantoffeltierchen zu tun? Sie waren beide Teil der Prüfungen zum diesjährigem Zentralabitur in Niedersachsen – und standen damit auch auf dem Aufgabenzettel des 13. Jahrgangs der KGS Rastede. Wochenlang haben sie sich auf die Prüfungen vorbereitet, alles für diesen einen Moment: Am Freitag konnten die insgesamt 83 Schülerinnen und Schüler ihr Abiturzeugnis aus den Händen von Schulleiter Gerd Kip entgegen nehmen.
„Sie benötigten kein Pokerface und kein Spiel mit gezinkten Karten. Dafür hatten sie das ein oder andere Mal ein Ass im Ärmel, sehr zur Überraschung der Lehrer“, sagte Kip bei der Verabschiedung in der Neuen Aula – in Anspielung auf das Motto des Abiturjahrgangs „Abi Vegas“.
Dabei beschränkte sich das Engagement der Abiturientinnen und Abiturienten nicht nur auf schulische Leistungen, wie Kip betonte: „Nur wenige Jahrgänge zuvor hatten so viele Veranstaltungen neben der Schule wie Sie“. Auch deshalb hat der diesjährige Abiturjahrgang wie kaum ein anderer vor ihm von sich Reden gemacht. „Wir waren wohl häufiger in der Zeitung als der Bürgermeister“, scherzte Carolin Köne, die gemeinsam mit Andrew Absolon die Rede für den Abiturjahrgang gehalten hat.
Dass sie dabei die Schule nicht aus dem Blick verloren haben, zeigt die Statistik: Mit 2,48 ist die durchschnittliche Abiturnote in diesem Jahr so gut wie lange nicht mehr. Zum Vergleich: In den Jahren 2006 bis 2009 lag der Abi-Schnitt zwischen 2,84 und 2,72. „Ihr habt gezeigt, dass ihr die Balance zwischen Lebensfreude und Ernsthaftigkeit gefunden habt“, sagt Kip.
Auch Rastedes Bürgermeister Dieter Decker gratulierte in Anlehnung an das Motto „Abi Vegas“ zum bestandenen Abitur: „Die Würfel sind gefallen, und die Karten werden demnächst neu gemischt“, riet er den Schülerinnen und Schülern, sich nicht auf dem bisherigen Erfolg auszuruhen – denn das nächste „Spiel des Lebens“ wartet schon.
