Rastede - „Wenn man gar nicht erst anfängt, passiert auch nichts“, sagt Lara. Die Schülerin ist an der KGS Rastede Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden“ – und diese hat sich dem Ziel verschrieben, für eine friedliche Welt zu kämpfen – aber auch über Geschichte aufzuklären. Einen Denkanstoß soll nun die Ausstellung „Unter uns? Sinti in Ostfriesland und Leer“ im Forum der KGS geben. Denn wie die Mitglieder der AG nun wissen, kennen viele ihrer Mitschüler die Geschichte der Volksgruppe gar nicht. „Viele kennen sie nur als Minderheit“, erzählt Liv. Gerade deswegen sei es wichtig gewesen, die Ausstellung in die Schule zu bringen.

Über Kontakte hat Lehrer Dr. Michael Luttmer, Leiter der AG, von der Ausstellung erfahren. Einige Klassen wurden auch bereits von Vertretern des 1. Sinti Vereins Ostfriesland persönlich durch die Ausstellung geführt. „Die Schüler sind sehr offen und wissbegierig“, freute sich Michael Wagner, 1. Vorsitzender des Vereins. In Leer gebe es sehr viel mehr Kontakt zwischen Sinti und Mehrheitsbevölkerung. Diskriminierung erfahren sie dennoch oft. Dabei leben Sinti und auch Roma schon seit 600 Jahren in Deutschland – und sind immer noch Randgruppen. Ausstellungen und Besuche wie dieser sollen Brücken auf- und Vorurteile abbauen.

Die Mitglieder der AG sind gespannt auf den Besuch von Christel Schwarz vom Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg. Persönliche Gespräche seien etwas ganz anderes als die Recherche im Internet, sagt Tjada.

Tonia Hysky
Tonia Hysky Redaktion Kultur/Medien