Rastede/Nienburg - Beim alljährlichen „Forum des Gedenkens“ im Nienburger Rathaus hat die AG „Für den Frieden“ der Kooperativen Gesamtschule Rastede der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Zugleich stellten die Schüler vor, wie sie selbst innerhalb und außerhalb der KGS versuchen, sich dem menschenverachtenden Rassismus und der Gefährdung der demokratischen Kultur der BRD durch Antisemitismus und Antiziganismus entgegenzustellen.

Die AG „Für den Frieden“ erinnerte im ersten Teil ihres Beitrages an die systematische Vernichtung von Juden, Sinti und Roma im Deutschen Faschismus. Im zweiten Teil erläuterten Veronika Dinter, Tjada Kulawik, Liv Lubach, Lara Schubert, Viola Kuiper, Sahki Alizadah und Leonardo Tardin da Silva anhand von Einzelfällen sowie statistischer Daten, wie Antisemitismus und Antiziganismus immer noch tief in den Alltag der Minderheiten eingreifen.

So weise zum Beispiel die Leipziger Studie „Flucht ins Autoritäre“ vom November 2018 nach, dass 56 Prozent der Befragten Sinti und Roma in ihrer Nachbarschaft ablehnten. Und die Erhebung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte vom Dezember 2018 bestätige, dass 41 Prozent der bundesdeutschen Juden 2018 eine antisemitische Erfahrung gemacht haben – der europäische Durchschnitt liege bei 28 Prozent.

Diesem alltäglichen Antisemitismus und Antiziganismus stellte die AG „Für den Frieden“ die Vision einer Welt in in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück gegenüber. Die Zuhörer honorierten den Vortrag der AG mit kräftigem Beifall. Die Organisatoren Conny Kramer und Thomas Gatter würdigten den Beitrag als wichtigen Baustein der Erinnerungskultur sowie zur politischen Bildung.

Nach ihrem Vortrag tauschte sich die AG „Für den Frieden“ mit den Gästen über die historische und die gegenwärtige Diskriminierung von Juden, Sinti und Roma aus. „Unsere Kombination aus literarischen Texten und aktuellen Meldungen ist gut angekommen“, berichtete Sakhi Alizadah. Darüber hinaus sprachen die Zuhörer mit den AG-Mitgliedern über die Möglichkeiten und Bedeutung des politischen Engagements junger Menschen. Zahlreiche Anwesende wünschten der Rasteder Arbeitsgemeinschaft viel Energie für ihren zukünftigen Einsatz.

Für das nächste „Forum des Gedenkens“ im Jahr 2020 hat die AG „Für den Frieden“ ihre Teilnahme bereits zugesagt. „Diese herausragende politische Initiative wollen wir auch in Zukunft sehr gerne unterstützen“, sagte Leonardo Tardin da Silva.