RASTEDE - Der Jubel kannte keine Grenzen, als Neele von ihren Klassenkameraden begrüßt wurde. Danach wurde erstmal Schlaf nachgeholt.
Von Wolfgang Müller
Als sich die Mädchen und Jungen der Klasse 5E3 der KGS Rastede noch überlegten, wie sie ihren neuen „Superstar Neele“ feiern sollten – am Nachmittag im Freibad oder am Montag in der Klasse – reagierte Klassenlehrerin Saskia Duin-Lay spontan: „Ich frag’ sie, ob sie kommen kann“, schlug sie vor, und das war nicht selbstverständlich, denn Neele war erst in der Nacht zum Freitag aus Erfurt wiedergekommen – wo sie beim Sender „KI.KA“ den Wettbewerb „Bester Schauspieler“ gewonnen hatte (die NWZ berichtete).
Und Neele Seeberg konnte und wollte – und dann brachen alle Dämme, als sie auf dem Pausenhof eintraf. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler umarmten sie, hoben sie hoch, trugen sie auf den Armen, skandierten rhythmisch „Neele, Neele“, hielten ein von allen unterschriebenes Banner hoch – Rastede hat einen neuen „Superstar“.
Unmittelbar nach der Sendung, als Neele per Telefonabstimmung der Zuschauer 48 Prozent aller Stimmen auf sich vereinigen konnte, gab es die ersten Glückwünsche. Das Telefon stand nicht still, Nachbarn kamen zur Haustür, „am Telefon wären wir ja doch nicht durchgekommen.“
Neeles Mutter Ulrike konnte den Erfolg ihrer Tochter da noch gar nicht richtig begreifen („Da stehen einem erst mal ein paar Tränen in den Augen“). Umso mehr freute sie sich mit Neele Freitag Vormittag über das „Bad in der Menge“ in der Schule.
Die Mädchen und Jungen der Klasse hatten sich zunächst auf dem Pausenhof versteckt. Als Neele eintraf, gab es indes kein Halten mehr. Die Elfjährige musste erzählen – das Wichtigste dabei: „Ich habe da richtige Freundinnnen gefunden.“
Die hat sie natürlich auch in ihrer Klasse – wo sie übrigens Klassensprecherin ist. „Sie ist total natürlich“, beschreibt Saskia Duin-Lay ihre Schülerin, „und sie hat einen ganz festen Willen.“ Das Drehbuch für den Klassenfilm zum Bartholomäus-Schink-Preis hat sie übrigens selbst geschrieben, die Regie hat sie geführt und auch die „Zicke“ gespielt, erzählt die Lehrerin nicht ohne Stolz.
Den Live-Auftritt am Donnerstag hat sie natürlich ebenso verfolgt wie die 32 Mädchen und Jungen der Klasse, und bei der Abstimmung hat sie ebenfalls so oft wie möglich für Neele angerufen – die nach all diesen turbulenten Ereignissen nun erstmal Schlaf nachholen muss.
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