RASTEDE - Eine herzliche Freundschaft besteht mittlerweile zwischen der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Für den Frieden“ der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede und dem Nienburger „Forum des Gedenkens“. Bereits zum sechsten Mal seit 2007 hatten die Organisatoren Cornelia Kramer und Thomas Gatter die AG eingeladen, den „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ im Nienburger Rathaus mitzugestalten.
Im Mittelpunkt standen Beiträge aus vier Schulen – der Nordertorschule Nienburg, des Johann-Beckmann-Gymnasiums Hoya, der Albert-Schweitzer-Schule Nienburg und der KGS Rastede.
Die AG „Für den Frieden“ hielt einen Vortrag über „Gedenken in Auschwitz-Birkenau“. Nach einer Auseinandersetzung mit den Bedingungen der Erinnerung und des Gedenkens kombinierten Philipp Kremers, Paul Finke-Engels und Michael Luttmer die Auschwitz-Fahrt der AG „Für den Frieden“ des Jahres 2011 mit einer Darstellung aus Originalzitaten über das so genannte „Zigeunerlager“ im Lagerabschnitt B II e des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.
Dort wurden die inhaftierten Sinti und Roma erfasst, durch Zwangsarbeit ausgebeutet, in unmenschlicher Weise geschunden und schließlich tausendfach in den Gaskammern ermordet. Zwar wehrten sich die Häftlinge im „Zigeunerlager“ im Mai 1944 drei Monate lang erfolgreich gegen ihre Vergasung. Doch am Ende fielen über 20 000 Sinti und Roma der Mordmaschinerie der deutschen Faschisten zum Opfer.
Dass mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht der Antiziganismus verschwunden ist, belegte die Rasteder Arbeitsgemeinschaft anhand aktueller Studien. Danach sprechen sich zum Beispiel über 40 Prozent der Bundesbürger dagegen aus, dass Sinti und Roma in ihrem Wohngebiet leben. Die AG „Für den Frieden“ forderte die Anwesenden auf, sich gegen Rassismus einzusetzen, und die Emanzipation der Sinti und Roma zu unterstützen.
Der Antiziganismus der Vergangenheit und der Gegenwart sei nicht das Problem der Sinti und Roma, so Paul Finke-Engels. „Wir sind es, die die Sinti und Roma ausgrenzen. Zum Nachteil der Sinti und Roma und zum Nachteil von uns allen. Denn dadurch demontieren wir die Demokratie und die Zivilgesellschaft.“
Mit ihrem Vortrag setzte die AG „Für den Frieden“ ihr langjähriges Engagement für eine Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück fort.
