RASTEDE - Erinnerungen werden wach beim Besuch der „alten“ Schule. Nach 20 Jahren gab es ein Wiedersehen.
von yvonne albrecht
RASTEDE - „Hier riecht es noch genau so wie vor 20 Jahren!“ sagt Jutta Borchers und schnuppert. Sie steht im Flur des Prüfungstrakts der Kooperativen Gesamtschule (KGS). Um sie herum versammeln sich nach und nach ihre ehemaligen Mitschüler. Nach 20 Jahren trifft sich der Abiturjahrgang von 1986 in Rastede wieder.„Das ist noch der Teppich von damals – und der Angstschweiß der Schüler vor den Prüfungen“, erklärt Schulleiter Gerd Kip mit einem Augenzwinkern. Er führt die ehemaligen Abiturienten durch die „Stätte ihrer Freude und ihres Leides“, wie er es nennt.
„Da werden Erinnerungen wach,“ so Jutta Borchers, eine der Organisatorinnen des Treffens. „Es ist ein eigenartiges Gefühl, wieder hier zu sein. Irgendwie vertraut, aber auch fremd.“ Einiges hat sich verändert seit ihrer Schulzeit: Die Cafeteria gab es früher noch nicht und auch das Forum ist komplett renoviert. Außerdem ist die KGS heute eine rauchfreie Schule.
„Früher durfte man in der Raucherecke auf dem Schulhof rauchen. Ich wurde einmal erwischt, weil ich noch zu jung war und musste Kippen aufsammeln. Das war peinlich," schmunzelt die jetzige Lehrerin.
Trotzdem hat sie ihre Schulzeit in schöner Erinnerung. „Vielleicht sehe ich alles auch durch eine rosarote Brille. Viele mochten ihre Schulzeit ja nicht. Ich habe die Atmosphäre hier immer genossen.“ Organisiert hat Jutta Borchers das Wiedersehen gemeinsam mit Danny Moll, Sabine Behrends und Kathrin Hänsel. Sie sind alle in der Umgebung geblieben. Aber auch von weiter her sind Ehemalige angereist: Aus Regensburg, Essen und sogar aus London führte der Weg zurück nach Rastede. Von 71 Schülern des Jahrgangs sind 56 gekommen.
Den Kontakt zu den früheren Mitschülern wieder herzustellen, sei nicht ganz einfach gewesen. „Vieles lief über die Eltern, die noch hier wohnen. Aber in fünf Fällen konnten wir niemanden erreichen“, bedauert Jutta Borchers. Trotzdem ist sie zufrieden mit dem Treffen. Spätestens als alle im alten Klassenzimmer wieder ihre früheren Plätze einnehmen, erinnert man sich wieder an die Gesichter und die Geschichten von damals. „Mir wurde gerade erzählt, ich hätte an meinem Platz einmal den Teppich in Brand gesteckt“, lacht Jutta Borchers. Aber erinnern kann sie sich daran nicht mehr.
