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Schulform Rechenspiele um fehlende IGS-Plätze

Stephan Onnen

Oldenburg - Geht es nach den Anmeldezahlen für den aktuellen 5. Jahrgang, fehlt es in der Oldenburger Schullandschaft weiterhin an IGS-Plätzen. 554 Anmeldungen wurden für die drei Integrierten Gesamtschulen notiert – weil „nur“ 433 Plätze zur Verfügung stehen, blieben 121 Wünsche unerfüllt. Wie diese Zahlen zu interpretieren sind, darüber gab es am Mittwoch im Schulausschuss unterschiedliche Auffassungen. Während die Linke den Andrang als Indiz für die Notwendigkeit wertete, eine vierte IGS zu schaffen, erteilte die CDU diesem Ansinnen eine klare Absage. SPD und Grüne wollen den Schulentwicklungsplan abwarten.

Lage entspannt sich

Schuldezernentin Dagmar Sachse verwies darauf, dass die Ablehnungen „fast ausschließlich“ an der Helene-Lange-Schule ausgesprochen werden mussten (106 von 121). Deshalb handele es sich eher um einen Nachfrageüberhang an einer einzelnen Schule als in der gesamten Schulform. Sachse rechnete dem Ausschuss vor, dass unter den abgelehnten Schülern nur 29 der so genannten „Leistungsgruppe I“ zugehörig gewesen sein. Diese Kategorie entspricht der früheren Gymnasialempfehlung. Die Zugehörigkeit zu den Leistungsgruppen I, II und III ergibt sich aus dem Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch, Mathe und Sachunterricht. Diese 29 Schüler würden „bei weitem“ nicht für eine vierte IGS reichen, betonte Sachse. Seit der Erweiterung der IGS Flötenteich um zwei Züge sei die Zahl der „Fehlplätze“ von 214 über 150 auf aktuell 121 zurückgegangen. Obwohl alle 15 IGS-Klassen in Oldenburg vollständig gefüllt seien, zeige sich eine „deutliche Entspannung“.

Geraldine Dudek, Elternvertreterin im Schulausschuss, gab zu bedenken, dass sich die jüngste Gesamtschule, die IGS Kreyenbrück, erst noch entwickeln müsse. Zudem würde eine vierte IGS die Oberschulen in Frage stellen.

Esther Niewerth-Baumann (CDU) ergänzte, Schulleiter hätten immer wieder hervorgehoben, dass der Anteil von Schülern mit Gymnasialniveau bei den Eingangsklassen mehr als 50 Prozent betragen müsse. Der Bewerber-Überhang reiche nicht aus, Bedarf für eine vierte IGS gebe es nicht. Jonas Christopher Höpken (Linke) geht indes davon aus, dass der Schulentwicklungsplan genau zu diesem Ergebnis kommen werde.

Plan Ende 2017 fertig

Mit der Erstellung des Schulentwicklungsplanes hat die Stadt Oldenburg das Dortmunder Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) beauftragt. Seit Ende Mai tagt IFS-Bildungsexperte Dr. Heinfried Habeck in Arbeitsgruppen mit der Stadtverwaltung, der Schulbehörde, Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern- und Schülervertretern, die ihre eigenen Vorstellungen entwickeln sollen. Die Ergebnisse sollen in einer übergeordneten Projektgruppe zusammengetragen und in einem Workshop öffentlich präsentiert werden. Die Fertigstellung des Plans peilt die Verwaltung für Ende 2017 an. „Wir liegen im Zeitrahmen“, sagte Schulamtsleiter Matthias Welp. Ein Zwischenstand soll in der nächsten Schulausschuss-Sitzung am 28. September vorgestellt werden.

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