Nordenham - 25 Schüler der Oberschule I Nordenham haben sich im Multimedia-Pool zu einer ungewöhnlichen Zeit versammelt. Um 18 Uhr sitzen sie vor den Rechnern, um zum dritten Mal an der „Langen Nacht der Mathematik“, einem deutschlandweiten Wettbewerb, teilzunehmen. Während andere in ihren Betten liegen und schlafen, grübeln die Kinder und Jugendlichen aus allen sechs Jahrgängen zwölf Stunden lang bis in die frühen Morgenstunden über die gestellten Aufgaben.
In drei Runden, die aus jeweils zehn Aufgaben bestehen, werden das Wissen und Können der Mathe-Freunde auf die Probe gestellt. Unterstützung bekommen sie vom Mathematik-Fachbereich der Schule unter der Leitung von Martin Koch.
Jeder hilft jedem
„Natürlich ist der Wettbewerb mit den anderen Schulen ein Antrieb für die Jungen und Mädchen. Trotzdem steht die Zusammenarbeit im Vordergrund. Hier hilft jeder jedem, unabhängig aus welchem Jahrgang oder Freundeskreis sie kommen“, erzählt der Mathematiklehrer begeistert. Und weiter: „Die anspruchsvollen Aufgaben sorgen dafür, dass die Teilnehmer über das normale Maß der üblichen Schulaufgaben hinausgehen. Dadurch, dass kein Zeitdruck besteht, arbeiten die Kinder super konzentriert.“ Tatsächlich regt der Schwierigkeitsgrad die Schüler zum Nachdenken an. Schnell greifen sie zu unkonventionellen Methoden, um einen Lösungsweg zu finden.
So werden Schnürsenkel zusammengeknotet und Münzen auf dem Fußboden verteilt, um sich eine Aufgabe besser vorstellen zu können. Tritt doch einmal eine Denkblockade auf, helfen die Lehrkräfte, darunter auch Schulleiterin Heidrun Beck, fleißig mit, um das Problem zu meistern.
Zu den fleißigen Rechnern gehören auch die Achtklässler Jonas Kück (14), Justin Markiefka (13) und Jannis Blumenberg (13). Den drei Jungs gefällt vor allem das gemeinsame Lösungsfinden. „Uns reizt es, dass man seine Grenzen austesten und sich mit anderen Schulen messen kann“, finden sie. Mit Cola und Kaffee kämpft das Team gegen die Müdigkeit an. Und wenn sie jemanden letztendlich doch übermannt, kann auf den Weichbodenmatten in der Turnhalle geschlafen werden. Gegen den aufkommenden Hunger gibt Kekse und Pizza in der Caféteria.
Bis um 6 Uhr
In entspannter Atmosphäre vergeht die Nacht wie im Flug. Um 6 Uhr am Sonnabendmorgen verlassen die übermüdeten, aber glücklichen Lehrer und Schüler das Schulgebäude und steuern direkt ihre Betten an.
