Neues Konzept
„Weil du wertvoll bist“ lautet das Motto, unter dem das verbindliche Ganztagsschulangebot an katholischen Hauptschulen im Bischöflichen Münsterschen Offizialat eingeführt wird.
Wesentliche Elemente des pädagogischen Ansatzes sind der Wochenanfangs- und -abschlusskreis, fächerverbindender Unterricht und das Übende Lernen.
Die Woche beginnt mit dem „Wochenanfangskreis“ – einer Zeit der Stille, des Gebetes, des Gespräches und der Meditation. Mit zwei Stunden Übendem Lernen starten die Fünftklässler in den Tag.
Auf die Paulus-Schule gehen insgesamt 600 Schüler, 215 davon gehen auf den Hauptschulzweig.
In den Osterferien 2008 beginnen die Bauarbeiten. Die bestehenden Pavillons werden abgerissen. Ein Gebäude mit zehn Klassenräumen, Mensa, Fachräumen und einem „Marktplatz“ – im Zentrum des Gebäudes – entsteht. Finanziert wird das Gebäude vom Schulträger, der katholischen Kirche.Angebot wurde nach den Sommerferien eingeführt. Die 39 Fünftklässler werden nach dem neuen Konzept unterrichtet.
von Thomas Bücher
Oldenburg An der Paulus-Schule stehen Veränderungen an – und Veränderungen sind bereits geschehen. Seit diesem Schuljahr ist der Hauptschulzweig Ganztagsschule. Die ersten Schüler der Ganztagsschule sind die Fünftklässler. Die 39 Schüler der zwei fünften Klassen haben von 8 bis 15.30 Uhr Schule. Mit jedem neuen fünften Schuljahr wird das Konzept weitergeführt.
Aus diesem Grund wird ab Ostern 2008 auf dem Gelände der Paulus-Schule gebaut: „Wir schaffen einen Neubau mit zehn Klassenräumen, Mensa und mehreren Fachräumen“, sagt der Leiter der katholischen Hauptschule Alois Riesenbeck.
Im Neubau soll räumlich ausgestaltet werden, was im pädagogischen Konzept bereits umgesetzt worden ist. „Der Unterricht hat einen anderen Rhythmus bekommen“, sagt die Lehrerin Edith Heger, die das Pilotprojekt betreut.
Nun wird etwa fächerverbindend unterrichtet und außerdem das sogenannte Übende Lernen praktiziert.
„Beim Übenden Lernen herrscht das Prinzip der offenen Tür. Für zwei Klassen stehen dann drei Lehrkräfte zur Verfügung“, erläutert Heger. Auch in einen zusätzlichen Gruppenraum können sich dann Schüler zum Lernen zurückziehen. „Die Schüler sollen unter Anleitung das selbstständige Lernen lernen“, sagt Riesenbeck.
Jeder Tag beginnt nun mit dieser Ruhearbeit. Wie still es ist, bemerkt jeder, der an den Klassenräumen vorbei kommt. Denn Bestandteil des Übenden Lernens sind etwa Rede-Ampeln. Sind diese zweifarbig bemalten Papprollen mit der grünen Seite nach oben gedreht, benötigen die Kinder keine Hilfe. Ist die rote Seite oben, signalisieren die Schüler Hilfebedarf. „Es wird nicht mehr gerufen und geschrien“, sagt Lehrerin Gaby Sprenger.
Schuldezernent Martin Schumacher ist schon in der Startphase voll des Lobes: „Sollte die Schule nur 20 Prozent ihres Konzeptes umsetzen, leistete sie bereits enorm viel.“ Heiko Setje-Eilers vom Schulamt ergänzt, dass die städtischen Hauptschulen auf einem ähnlichen Weg sind: Vier der fünf Hauptschulen sind bereits ebenfalls Ganztagsschulen.
