Lemwerder - Ständig blicken Teenager auf ihre Smartphones. Von morgens früh bis tief in die Nacht werden über Whatsapp Nachrichten verschickt. Weder im Unterricht noch bei den Hausaufgaben oder bei den gemeinsamen Mahlzeiten können die Teens von ihren Handys lassen. Was die Kinder dabei im Internet treiben, ist kaum zu kontrollieren. Aber wie damit umgehen?

Sandra Asmus, Rektorin der Grundschulen Lemwerder, hatte in Zusammenarbeit mit dem Gymnasium und der Eschhofschule Moritz Becker vom Verein für Medienkompetenz „Smiley“ (Hannover) in die Begu eingeladen. Der Sozialpädagoge hielt vor Eltern, Lehrern und vereinzelt anwesenden Schülern einen ebenso amüsanten wie kurzweiligen Vortrag – bei dem ihm die beiden Holzpuppen „Lisa“ und „Max“ assistierten.

Wann ein Kind alt genug für ein internetfähiges Smartphone ist, sei ebenso wenig zu beantworten, wie die Frage, ab wann es ins tiefe Wasser des Schwimmbades darf, stellte Becker klar. Er meinte, dass die Gefahren für Jugendliche zwar anders, aber nicht größer als für die vorangegangener Generationen seien. Die Suche nach Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Identität gehöre zu diesem Alter – und nichts anderes sei die (manchmal etwas fragwürdige) Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken.

Die neue Technik bringe neue Herausforderungen mit sich, denen sich die Jugendlichen auf ihre Art stellen, sagte er. Deshalb müssten Regeln gefunden werden. Oft würden Jugendliche sogar regelrecht erleichtert sein, wenn zu bestimmten Zeiten ein Handyverbot herrsche.

Mit allgemeinen Verboten oder technischen Tricks könnten die Erziehenden indes wenig bewirken, betonte Moritz Becker. Wenn im realen Leben die sozialen Kompetenzen fehlen würden, dann könne man sie auch nicht im Netz erwarten. Whatsapp beispielsweise könne Klassengemeinschaften – sofern sie denn vorhanden sind – stärken und manchmal sogar sinnvoll in den Unterricht eingebracht werden. Dazu nannte er einige Beispiele.

Statt Verboten seien ein vertrauensvolles Verhältnis in der Familie und Regeln der richtige Weg ins Erwachsenenleben – und das beginne schon mit dem Vorlesen vielleicht langweiliger Kleinkindbücher. Es sei ein großes Geschenk, wenn man von seinen Kindern in deren Welt mitgenommen werde; das sollte man auf jeden Fall immer annehmen, riet der Experte.