Ganspe - Um die ökologische Aufwertung von Gräben ging es bei einer Informationsveranstaltung vom Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen in Ganspe. Vorgestellt wurde ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertes Forschungsprojekt.
Weniger Arten
Professor Dr. Rainer Buchwald und Doktorandin Friederike Kastner von der Universität Oldenburg sowie Dr. Arno Krause vom Grünlandzentrum in Ovelgönne machten in ihrem Vortrag auf den Rückgang der heimischen Artenvielfalt aufmerksam. 25 Prozent weniger Feldvögel und sogar 70 Prozent weniger Schmetterlinge gibt es allein von 1990 bis heute zu verzeichnen. Und immer mehr naturbelassene Flächen verschwinden wegen des steigenden Bedarfs aus der Landwirtschaft und Ausgleichsmaßnahmen für große Bauprojekte.
Um die viele tausend Kilometer langen Entwässerungsgräben in der Wesermarsch zu untersuchen, wurden jetzt Zuwendungen des europäischen Leader-Programms wurden genutzt. Sie sind ein Lebensraum, der insbesondere von vielen Libellenarten besiedelt wird. Von den 81 Arten in Deutschland leben allein 70 in Niedersachsen. Ganz oben auf der Roten Liste steht dabei die Grüne Mosaikjungfer, die nicht nur in vielen Gräben der Bornhorster Huntewiesen oder des Werderlandes zu finden ist, sondern auch in besonders hoher Zahl in Huntebrück oder Warfleth vorkommt. Die Krebsschere ist der Eiablageplatz dieser bedrohten Art und spielt bei den Untersuchungen eine große Rolle.
Neuer Leitfaden
Es soll aber in Zukunft nicht noch mehr Auflagen für die Grabenanlieger geben, sondern eher einen Leitfaden als Handlungsempfehlung. Eine sachgemäße Grabenunterhaltung soll entwickelt werden, um die Krebsschere und damit den Lebensraum der Grünen Mosaikjungfer zu erhalten. Dass nur etwas Rücksicht schon große Wirkung zeigen kann beweisen schon seit Jahren zwei benachbarte Huntebrücker Landwirte, in deren Gräben es ein besonders hohes Aufkommen an Krebsscheren gibt. Wechselseitig loten sie im Zweijahresrhythmus ihre Grabenseiten aus. Als Handlungsempfehlung des ökologischen Grabenräumprogrammes gilt ein Räumintervall von zwei bis fünf Jahren. Außerdem könne mit einem Mähkorb mit eingelegtem Lochblech am besten zwischen dem 15. September und 31. Oktober entschlammt werden.
