Wildeshausen - EVA, logo! oder SBS – Abkürzungen, die beim gemeinen Hörer nur Verwirrung auslösen, bei den Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums allerdings verständnisvolles Nicken hervorruft. Zum besseren Verständnis: EVA ist die Abkürzung für „Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe bei einem Steuerprogramm“, und logo! ist der Name einer „Speicherprogrammierbaren Steuerung“ – kurz SBS. Die Gymnasiasten brauchen diese Ausdrücke für ihre tägliche Arbeit in den Praxisstunden im Fach Mechatronik. Niemand von den Schülern ist mit diesem Wissen auf das Fachgymnasium gekommen, „wir haben uns hier alles Stück für Stück erarbeitet“, erklärt Laura Rieg.
Die 19-Jährige besucht die 13. Klasse des Beruflichen Gymnasiums. Die Schüler beschäftigen sich – neben den normalen Unterrichtsfächern – in ihrem Praxisfach mit mechatronischen Abläufen und dem Bau erster, kleiner Geräte. So haben die Schüler der zwölften Klasse zum Beispiel einen Aufzug gebaut. „Das Schwierigste und Spannendste zugleich ist die Suche nach Fehlern. Warum funktioniert etwas nicht so, wie man es sich in der Theorie überlegt hat“, sagt Christoph Albers. „Der Unterricht ist eine Mischung aus Theorie und Praxis“, sagt Studienrat Hob Ali Maasoumy.
Für den Praxisunterricht gibt es jetzt eine besondere Anschaffung: „Wir sind nun im Besitz eines Industrieroboters“, erklärt Thorsten Lange, Leiter der Abteilung II (Technik) bei den Berufsbildenden Schulen. Der neue Roboter soll sowohl im Bereich des Berufsbildenden Gymnasiums, als auch in der Technikerschule und in der beruflichen Ausbildung eingesetzt werden. „Das Besondere an dem Roboter ist, dass wir dazu eine Simulationssoftware haben, mit der die Schüler arbeiten können“, sagt Lange weiter. So können sich beispielsweise zwei Schüler mit dem neuen Roboter beschäftigen, während die anderen aus der Klasse am Computer die Arbeit des Roboters simuliert und berechnet. „Sie können dann später selbst überprüfen, ob ihre Berechnungen stimmen und der Roboter die richtigen Befehle ausführt“, erklärt Lange. Gekostet hat der Industrieroboter rund 40 000 Euro. Geplant ist er schon seit drei Jahren: „Wir haben lange über die Anschaffung nachgedacht, aber wir wollen den Schüler eine hochwertige Ausstattung bieten“, erklärt Maasoumy.
Die Anmeldung für das Berufsbildende Gymnasium, Fachrichtung Mechatronik, läuft übrigens noch bis zum 20. Februar. Eine Anmeldung kann auch online erfolgen.
