RODENKIRCHEN - Die Fortsetzung eines richtungsweisenden Projekts an der Haupt- und Realschule Rodenkirchen scheint gesichert. Bei der Ausschusssitzung für Schulen, Kultur und Sport des Kreistages empfahl die Kreisverwaltung, dem Antrag des kommissarischen Schulleiters Jürgen Janssen zu folgen. Janssen hatte am Donnerstag beantragt, dass der Landkreis die Hälfte der Personalkosten in Höhe von 25 000 Euro ab August übernimmt. Eine endgültige Entscheidung darüber trifft nun der Kreisausschuss.
Im Sommer 2008 war an der Hauptschule Rodenkirchen ein Projekt gestartet, das Jugendlichen, die sonst kaum Chancen hätten, nachhaltig hilft, den Hauptschulabschluss und einen Übergang in eine Berufsausbildung zu schaffen. Eine sogenannte VBOP-Klasse – Vertiefte Berufsorientierung und Praxisbegleitung an Hauptschulen – wurde eingerichtet. Die Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren haben an drei Tagen in der Woche Schulunterricht und an zwei Tagen Praktikum in ihrem Wunschberuf und Wunschbetrieb. Durch diese Kombination ist nach Auskunft von Jürgen Janssen zu erreichen, dass alle eine gefestigte und realistische berufliche Orientierung entwickeln können.
Das Land Niedersachsen hatte den Modellversuch zwar angeschoben, die Bereitstellung der Mittel aber nun zu den Sommerferien an insgesamt 45 niedersächsischen Hauptschulen auslaufen lassen. Und das, obwohl die Ergebnisse besonders in Rodenkirchen hervorragend seien, wie Jürgen Janssen sagte.
Nach den Worten des Schulleiters ist die Agentur für Arbeit jetzt bereit, für die Weiterführung des Projekts die Hälfte der Personalkosten zu übernehmen unter der Voraussetzung, dass sich der Schulträger ebenfalls mit einer solchen Summe beteiligt. Laut Jürgen Janssen sollte das Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft das Projekt betreuen.
Heidi Brunßen (SPD) beklagte, dass das Land erst ein solches Projekt anschiebe, um später den Kommunen die weiteren Kosten aufzubürden. Beim Meinungsbild stimmten allen Anwesenden für den vorgebrachten Antrag.
