RODENKIRCHEN - Jugendliche mit schulischen Problemen für den Hauptschulabschluss und für den Einstieg in eine Berufsausbildung fit machen soll ein Pilotprojekt mit dem Titel „Vertiefte Berufsorientierung und Praxisbegleitung an Hauptschulen“ (VBOP). Für diese gemeinsame Aktion der Bundesagentur für Arbeit und des Landes Niedersachsen wurde für den Landkreis Wesermarsch an der Haupt- und Realschule (HRS) Rodenkirchen eine Praxisklasse eingerichtet.

Die Schüler dieser Klasse werden zwei Jahre lang (8. und 9. Schuljahr) an drei Tagen in der Woche insbesondere in den Fächern Deutsch und Mathematik unterrichtet. Zwei Tage in der Woche verbringen die Jugendlichen als Praktikanten in einem Betrieb.

Weil erst unmittelbar vor Beginn des Schuljahres 2008/2009 entschieden wurde, dass die HRS Rodenkirchen eine von 22 Schulen in Niedersachsen ist, an denen eine Praxisklasse für das VBOP-Projekt eingerichtet wird, konnten bislang erst sieben Schüler dafür geworben werden, bedauerten Schulleiter Holger Briese und sein Vertreter Jürgen Janssen. Sie hoffen, dass sich diese Zahl noch verdoppelt.

Interessierte Achtklässler oder deren Eltern können sich in der Schule ( 04732/918900) melden. Der Landkreis Wesermarsch sorgt für den Transport der Schüler vom Wohnort zur HRS Rodenkirchen und auch zum jeweiligen Praktikumsbetrieb.

Für die Praxisklasse wurden der HRS Rodenkirchen 25 zusätzliche Lehrerstunden bewilligt. Lehrer Michael Wingenfeld hat die schulische Betreuung der VBOP-Schüler übernommen. Am Ende der beiden Schuljahre steht der Hauptschulabschluss, der sich zumindest im schriftlichen Bereich nicht vom Abschluss des „normalen“ 9. Hauptschuljahrganges unterscheidet.

Praxisbegleiter für die Schüler der Rodenkircher Praxisklasse ist Jörg Naß vom Bildungswerk der niedersächsischen Wirtschaft. Er bereitet die Schüler auf die Praktika vor, wobei sie sich die Betrieb selbst suchen sollen, und wird sie dann auch intensiv begleiten. In den Betrieben sind die Schüler zwar Praktikanten, die keine Vergütung erhalten, jedoch sollen sie dort die Aufgaben eines Auszubildenden im ersten Lehrjahr erhalten.

Die Chancen für den Schüler, nach dem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz zu erhalten, verbessern sich auch dadurch, dass Betriebe die Schüler und deren Fähigkeiten über einen langen Zeitraum kennen lernen.