RODENKIRCHEN - Hier werde keiner ausgegrenzt oder gar gehänselt, sagt Monika Neugebauer. Jeder werde so akzeptiert, wie er ist. Es sei richtig toll bei der Selbsthilfegruppe „Zappelmax oder Träumer“. Die Betroffenen halte ein feines Band zusammen. Mit „hier“ meint Monika Neugebauer die ADS-Selbsthilfegruppe Rodenkirchen. Sie wurde vor zehn Jahren gegründet.
Die Abkürzung ADS steht dabei für „Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom“. In der Gruppe fühlten sich die Betroffen geborgen, sagt Monika Neugebauer. Es sei für sie alle wichtig, ein Balance zu finden und ihre eigenen Erfahrungen weiterzugeben. Die Selbsthilfegruppe könne Wege aufzeigen, fährt sie fort. Denn aufgrund der bis heute gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse könnte Kindern und Jugendlichen jetzt viel besser geholfen werden als noch vor zehn Jahren.
Wie bei allen anderen Gruppen auch, müssen zunächst die Hemmschwellen überwunden werden. Die Beteiligung an den Gruppenabenden hat zwar etwas nachgelassen. „Es ist ein Kommen und Gehen“, erzählt die Gründerin der Selbsthilfegruppe. Aber 30 Mitglieder stünden immer noch auf der Liste. Drei neue Pärchen seien kürzlich hinzugekommen, deren Kinder die ersten bis vierten Klassen besuchten. „In der dritten und vierten Klasse wird das Thema aktuell“, weiß die Rodenkircherin.
In den vergangenen Jahren hat „Zappelmax oder Träumer“ viel bewirkt und auf ADS aufmerksam gemacht. Fast jedes Jahr fanden Vorträge mit Experten statt. Jeder Vortrag war mit viel Arbeit verbunden. Der Verein wurde dabei von Krankenkassen und Pharmafirmen unterstützt. Ohne deren Hilfe hätten die Veranstaltungen nicht stattfinden können. Ein Schwimmkursus wurde organisiert, die Familien trafen sich beim Grillen, zu Radtouren und zum Kegeln.
Die so genannte Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Oft machen sich die ADHS-typischen Verhaltensweisen erst beim Schuleintritt durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität deutlich bemerkbar.
Da insbesondere Kinder mit einer reinen Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (ADS) über lange Zeit unauffällig bleiben und ihnen bis dahin nicht geholfen wurde, gelingt es ihnen nicht, sich vor allem während des Unterrichts oder bei den Hausaufgaben über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Dabei seien sie genauso intelligent wie andere Kinder. Wegen ihrer Verhaltensauffälligkeiten geraten sie laut Monika Neugebauer aber auch oft ins Abseits.
Das Engagement der Selbsthilfegruppe „Zappelmax oder Träumer“ zahlt sich nach Auskunft von Monika Neugebauer aus. Lehrer, Therapeuten und Eltern können von dem neu gewonnenen Wissen über die Krankheit profitieren – damit die Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend lernen können und ihnen die Schule wieder Spaß macht.
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