Rostrup - Der Landkreis Ammerland investiert 3,35 Millionen Euro in die Erweiterung der BBS Ammerland. Das hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen und mit dem Haushalt für 2019 auch gleich das nötige Geld zur Verfügung gestellt.

Der Platz wird dringend gebraucht: „Vor allem wegen der steigenden Schülerzahlen im Bereich Tiefbau“, wie Schulleiterin Wilma Eberlei sagt. Ein Flur war bereits zum Klassenzimmer umgebaut worden. Dazu kamen Klassen- und Lehrmittelräume in Containern im Innenhof der Trakte 5 bis 8, die seit Beginn des aktuellen Schuljahres genutzt werden.

Allerdings war klar, dass eine Dauerlösung her muss. Kreisverwaltung und Politik hätten schnell und unkompliziert den Weg für den Anbau frei gemacht, berichten Eberlei und ihr Stellvertreter Johannes Robke.

 Auf der Werkstattseite, angrenzend an den bestehenden Trakt 6, entlang der Virchowstraße soll ein zweigeschossiger Erweiterungsbau mit fünf Klassenräumen und dem neuen Standort für das Beratungszentrum der Schule entstehen. Im Trakt 6 sind dazu kleinere Umbauten nötig, um die Übergänge in den Neubau zu ermöglichen.

Mit dem Anbau entfallen auch 36 Stellplätze für Autos entlang der Virchowstraße, sieben weitere müssen laut Niedersächsischer Bauordnung für den Neubau geschaffen werden. Weil Parkraum an der BBS ohnehin knapp ist, sollen aber gleich 60 neue Parkplätze entstehen. Sie werden durch Erweiterung der von der Elmendorfer Straße aus erreichbaren Parkflächen hergestellt. Um die Anwohner zu schützen, soll ein bestehender Lärmschutzwall verlängert werden.

Das neue Gebäude erhält einen großen Eckeingang mit Foyer, von dort erreichen die Nutzer das im Obergeschoss liegende Beratungszentrum und dessen Besprechungs- und Konferenzbereich. Über einen Aufzug wird der barrierefreie Zugang in das Obergeschoss sichergestellt. Unterrichtsräume finden sich im Erdgeschoss und im Obergeschoss, dazu gibt es einen zusätzlichen Pausenraum im Erdgeschoss.

Insgesamt werden im Erdgeschoss circa 572 Quadratmeter und im Obergeschoss 567 Quadratmeter Nutzfläche realisiert. Das Gebäude wird außerdem so geplant, dass ein drittes Geschoss und ein Staffelgeschoss später noch hergestellt werden können.

Das als Beratungszentrum genutzte Einfamilienhaus, das in der Bausubstanz nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht, soll nach dem Umzug in das neue Gebäude abgerissen werden.

Die Schulleitung der BBS geht von einem Baubeginn im kommenden Frühjahr aus. Johannes Robke hofft, dass ein Jahr Bauzeit ausreichend ist, dann könnte der Anbau im Jahr 2020, nach den Sommerferien und pünktlich zum Beginn des Schuljahres, fertig sein.

Damit ist die Schulleitung aber noch lange nicht wunschlos glücklich. In den Werkstätten der BBS sieht Eberlei für die kommenden Jahre erheblichen Investitionsbedarf. Die 40 Jahre alten Räume entsprächen oft nicht mehr den pädagogischen Anforderungen. Heute seien Theorie-Inseln in den Praxisräumen gefragt, oft seien die Werkstätten für moderne Maschinen auch einfach zu klein. Der Kreistag wird sich also wohl noch häufiger mit Finanzwünschen aus Rostrup beschäftigen müssen.

Christian Quapp
Christian Quapp Team Nord (Leitung)