ROSTRUP - Interessiert am niedersächsischen Schulsystem waren Gäste aus Pleszew. Besichtigt wurde auch „Rose 12“.
Von Helmut Hogelücht
Die Bildungssysteme Europa sind sehr unterschiedlich. Einen Überblick über das niedersächsische Schulsystem verschafften sich in den Räumen der Berufsbildenden Schulen Ammerland (BBS) 14 Teilnehmer einer Besucherdelegation aus dem polnischen Partnerkreis Pleszew. Die Gäste gaben zugleich einen Einblick in die polnische Bildungslandschaft.
In Polen, so die stellvertretende Landrätin Dorota Czaplicka, besuchten alle Kinder bis zur 6. Klasse die Grundschulen und wechselten danach für weitere drei Jahre in die Mittelstufe. Die nachfolgende Oberstufe gliedere sich in allgemeinbildende Lyzeen, vergleichbar mit den hiesigen Gymnasien, den Fachgymnasien und dem Technikum. Das Lyzeum und das Fachgymnasium führe zum Abitur, das Technikum bringe nach der Berufsqualifikation das Diplom des Technikers.
BBS-Leiter Reinhard Hardy stellte den Teilnehmern die Unterschiede im Schulsystem vor. So könnten hier alle Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen auch in den berufsbildenden Schulen erworben werden. Doch trotz der Unterschiede im Bildungswesen sei auch vieles gleich: Die Schüler lernten in beiden Ländern dann am besten, so Hardy, wenn sie Spaß am Lernen hätten, dabei gerne in die Schule kämen und bei entsprechenden Freiräumen maximal gefördert würden. Das erfordere Lehrkräfte, die mit einer tiefgehenden Identifikation ihrer Arbeit nachgingen und sich dabei ständig fortbildeten. Dafür habe die BBS Ammerland eine Schulphilosophie entwickelt. Über den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern referierte Abteilungsleiter und Koordinator Bernd Bruch.
„Ich habe sehr viel gelernt, es war ein fruchtbarer Austausch zwischen den Partnerregionen“, so BBS-Leiter Reinhard Hardy. Die polnischen Gäste besuchten auch die Drogeneinrichtung „Rose 12“ sowie das Bildungs- und Beratungszentrum in Westerstede.
