Groß Ippener - Kreischend fressen sich die Zähne der Sägekette in das Holz. Weiße Späne fliegen durch die Luft. Katharina Hübner (35) setzt die Motorsäge ab. Eine tiefe Kerbe sitzt im Baumstamm.

Mit Manuela Huber (44), Karin Tänzer (49), Andrea Brockmann (41) und Birte Grashorn (36) steht sie seit 8 Uhr im Wald bei Groß Ippener. Unter Anleitung von Forstwirtschaftsmeister Bernd Jarren machen die Frauen aus Bäumen Kleinholz. „Es geht um die Grundlagen für den Umgang mit der Motorsäge“, sagt Kursleiter Jarren. Die Teilnehmerinnen erzählen, dass sie ihr Feuerholz selbst fällen oder Ordnung im eigenen Garten schaffen wollen. Erst mit dem Zertifikat dürfen sie selbst im Wald Brennholz schneiden.

Eine nach der anderen wenden sie das Theoriewissen des zweitägigen Lehrgangs nun in der Natur an. Auch wenn sie alle schon mal eine Säge in den Händen hielten, gehören sie eher zur Kategorie Anfänger, verraten sie.

Manuela Huber und Karin Tänzer haben ihre Bäume schon zu Fall gebracht und sind mächtig stolz. Am schwierigsten sei es, alle nötigen Schritte zu koordinieren, sagt Tänzer. „Alles Übungssache“, meint Jarren. Am Tag zuvor gab es eine Einführung zur Technik der Motorsäge, Schutzmaßnahmen und Schnitttechniken.

Noch steht der Baum von Katharina Hübner. „Mit Gefühl und nicht zu viel Gas geben“, leitet Jarren die 35-Jährige an. Die Ostrittrumerin setzt die Säge zum nächsten Schnitt an, damit der Nadelbaum in die richtige Richtung fällt. Nach kurzer Zeit rumst es. Der meterhohe Baum schlägt auf dem Waldboden auf. Nun muss er entastet werden. „Das ist ganz schön anstrengt“, so Manuela Huber. Noch bis zum Nachmittag wird im Wald das Fällen geübt. „Ich bin zufrieden. Alle Bäume sind dahin gefallen, wohin sie sollten“, sagt Jarren. Mit dem Zertifikat in der Tasche dürfen die Frauen nun offiziell selbst abholzen.