SANDE - In der Diskussion um die Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) im Landkreis Friesland macht sich Sandes Bürgermeister Josef Wesselmann weiterhin für zwei Standorte einer Schule stark. „Sicherlich sprechen pädagogische Aspekte dafür, nur einen Standort für alle IGS-Schüler zu haben, aber auch mit einer Außenstelle kann dem pädagogischen Anspruch voll Genüge geleistet werden“, so Wesselmann in einer Presserklärung.
Eine Entscheidung darüber sollte allerdings nicht auf dem Rücken der künftigen Schüler ausgetragen werden. Vielmehr soll der Elternwille aller Interessierten aus dem gesamten Landkreis berücksichtigt werden, meint Sandes Bürgermeister. Eine standortnahe Beschulung ab der fünften Klasse sollte selbstverständlich sein. Weite Anfahrtstrecken für die Schüler sollten vermieden werden.
Laut Wesselmann sprechen aber auch finanzielle Aspekte für eine IGS Friesland an zwei Stellen. Sowohl in Schortens als auch in Sande seien an den dortigen Haupt- und Realschulen die wesentlichen baulichen Anlagen vorhanden und wohl nur kleinere Anbauten sowie die Einrichtung einer Mensa notwendig.
Die Errichtung einer IGS an einem Standort mit sechs Zügen – also 18 Klassen – würde zu einem nur schwer überschaubaren Gefüge werden. „Der persönliche Kontakt, das Kennen jedes einzelnen Schülers, ist dadurch kaum zu gewährleisten“, befürchtet Wesselmann. Würde die IGS Friesland an zwei Standorten errichtet, könnte der Einzugsbereich des Jeverlands in Schortens und der Einzugsbereich des Südkreises in Sande beschult werden. Damit wäre die Gefahr der Anonymität einer großen Schule gebannt, so Wesselmann.
Wesselmann befürchtet zudem, dass bei nur einem Standort der IGS in Schortens auf Dauer der Schulstandort Sande gefährdet sei: „Auch wenn dann die Haupt- und Realschüler aus Schortens nach Sande kommen sollten – wie viele werden das überhaupt sein? Wer nicht von Schortens nach Sande fahren will, der geht dann doch wohl zur IGS.“ Wohl nur ganz wenige Schüler aus Schortens würden in Sande beschult. Das dann mögliche Aus für den Schulstandort Sande sei ein immenser Nachteil für Sande, so der Bürgermeister.
Auch dem friesländischen Kreisverband im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund sowie den Kreistagsmitgliedern könne nicht an einer solchen Lösung gelegen sein. Wesselmann plädiert deshalb dafür, die IGS mit einem Hauptstandort in Schortens und mit einer Außenstelle in Sande einzurichten, und das jeweils ab Jahrgangsstufe 5 und jeweils dreizügig.
