SANDE - Mit Beginn des neuen Schuljahres wird es an der Schule im Falkenweg in Sande keine neuen Haupt- und Realschüler mehr geben: Die neuen Fünftklässler werden Oberschüler. „Wir hängen uns hier nicht nur ein neues Namensschild an die Tür“, sagt Schulleiter Hans-Joachim Vogt, „wir werden eine völlig neue, junge und dynamische Schule sein.“
Zusätzlich wird es sieben neue Lehrerstellen geben, die bereits besetzt sind. Das ermögliche ein verpflichtendes Ganztagsangebot. Das soll es an zwei Tagen die Woche aber erst nach den Herbstferien geben. Das offene Ganztagsangebot für die jetzigen Haupt- und Realschüler bleibe bestehen. Die Kinder sollen Vogt zufolge auf jeden Fall weiterhin ihr nachmittägliches Vereinsleben pflegen können.
Eine Planungsgruppe, bestehend aus fünf Lehrkräften und dem Schulleiter sowie Vertretern von Landkreis, Landesschulbehörde und der Elternschaft, sind mit den Vorbereitungen weit fortgeschritten. An der Oberschule Sande werden die neuen Fünftklässler mit Beginn des neuen Schuljahres nicht mehr nach Haupt- und Realschule differenziert. Das ermögliche Schülern und Eltern große Perspektiven, so der Schulleiter. Es gebe eine große Durchlässigkeit in alle Richtungen. Schulnoten gibt es weiterhin.
Bis Klasse 7 werde der Planungsgruppe zufolge jahrgangsbezogen unterrichtet. Ab Klasse 8 können die Oberschüler dann in einen mehr berufsorientierenden Zweig oder in einen Realschul-ähnlichen Zweig und mit dem entsprechenden Abschluss auf ein Gymnasium wechseln. Vogt zufolge wird ab dem zweiten Halbjahr in Jahrgang fünf in den Fächern Deutsch und Mathematik in Kursen differenziert, Englisch werde erst ab Jahrgang sechs differenziert. Kurswechsel seien jederzeit möglich.
Das Lehrerkollegium habe sich einmütig zum neuen Oberschul-Konzept bekannt. Katja Lorenz vom Landkreis rechnet damit, dass die neue Oberschule Sande mit mindestens drei, vielleicht vier neuen fünften Klassen startet. Die Klassenstärke soll bei maximal 28 Kindern liegen.
Die Oberschule in Sande ist eine Regel-Angebotsschule. Das heißt: Jedes Kind aus Friesland kann diese Schule besuchen, wenn die Eltern von diesem Modell überzeugt sind und es in ihrer Ortschaft kein solches Angebot gibt. „Es sind alle willkommen, die kommen wollen“, sagt Vogt.
Schon heute besuchen die Schule am Falkenweg auch rund 100 Kinder aus Schortens. In Schortens geht mit den fortschreitenden Jahrgängen der IGS Friesland spätestens in vier Jahren ebenfalls die Ära der Haupt- und Realschule zu Ende. Im Gegensatz zur IGS wird es an der Oberschule keine Oberstufe geben. Für die jetzigen Haupt- und Realschüler in Sande ändert sich mit der Oberschule nichts.
