SANDE - „Rappelkiste“ – so heißen heute vermutlich etliche Krabbelgruppen und Elterntreffs. Dass das Jugendzentrum Sande vor 35 Jahren als „Rappelkiste Sande“ an den Start ging, das wissen vermutlich nur noch die, die damals als Teenager dabei waren und heute längst erwachsen sind.
Und doch: Als die Gemeinde Sande im Herbst 1977 ihr Jugendzentrum im früheren Sander Rathaus einrichtete, da war Sande in Friesland Vorreiter in Sachen Jugendarbeit. Das unter dem Namen „Rappelkiste“ eröffnete „Haus der offenen Tür“ für Jugendliche hat damals wie heute den gesellschaftlichen, sozialen und pädagogischen Veränderungen Rechnung getragen und wird sich auch damit befassen, das Haus generationenübergreifend zu öffnen.
In dem Haus wurde ein großes Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche etabliert, das Jugendzentrum war und ist Proberaum und Konzertbühne für engagierte Schülerbands, ist Partyzone, Beratungsstelle für alle Sorgen und Nöte junger Leute und Treffpunkt zum gemeinsamen Abhängen, für Kreativität und und Sport.
Eingespieltes Team
Seit 31 Jahren gehört Dietmar Roth zur Mannschaft des Sander Jugendzentrums. Roth kam damals über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ins Haus und ist seit vielen Jahren Leiter des Jugendzentrums. Zum Team gehören außerdem Anke Gerdes-Goroncy und Kerstin Schlage-Pree sowie Caren Knipper, die sich um die so genannte dezentrale Jugendarbeit kümmert – also vorwiegend um alle die Sander Jugendlichen, die ihre eigenen Treffpunkte in den Orten haben.
Roth zufolge besuchen heute täglich rund 50 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 22 Jahren das Haus. Der demografische Wandel mit rückläufigen Zahlen junger Leute sei gar nicht so sehr das Problem der Jugendzentren: „Vielmehr sind es soziale Netzwerke wie Facebook, Schüler-VZ und Co.“, sagt Dietmar Roth. „Die Jugendlichen sind heute kaum noch draußen, hocken lieber zu Hause mit ihren Freunden und chatten.“
Facebook als Konkurrenz
Dennoch will auch das Jugendzentrum seine Facebook-Seite reaktivieren: „Das ist heute der wichtigste Kanal, um Jugendliche überhaupt zu erreichen.“ Um ihnen dann klarzumachen, dass Schwimmen im Kanal, dass Inlinerfahren, Partys oder Musikmachen mehr Spaß machen.
Caren Knipper ist sicher: „Das kommt alles wieder, wenn die erste Facebook-Euphorie verflogen ist.“ Um sich bei den Jüngsten bekannt und interessant zu machen, arbeitet das Jugendzentrum mit den Sander Grundschulen zusammen.
Zum 35. Geburtstag des Jugendzentrums soll es nach den Sommerferien ein Feier-Programm geben: So ist für Sonntag, 2. September, ein größerer Kinder- und Jugendaktionstag geplant. Am 30. September stellt sich das Jugendzentrum Sande mit einem Tag der offenen Tür der Öffentlichkeit vor.
Und eine große Wiedersehensfeier mit den Jugendzentrums-Besuchern von einst soll es unter dem Titel „Alte-Hasen-Treffen“ am 13. Oktober geben. Junge Hüpfer, also die Besucher von heute, müssen dann leider draußen bleiben.
