Sande - Einen Zaun rund um das Schulgelände der Oberschule Sande – das fordern Nicole Leitner und Tina Goldmann vom Schulelternrat der Oberschule Sande. Und sie haben, als sie vor Wochen beim Landkreis auf die immer wiederkehrenden Probleme wegen Beschädigungen und Verunreinigungen auf dem Schulgelände hinwiesen, zumindest auch mündlich die Zusage erhalten, dass das Problem erkannt sei und sich der Landkreis als Schulträger kümmern wolle. Passiert ist bisher jedoch noch nichts, erklärten die beiden Elternvertreter am Montag. Im Schulausschuss der Gemeinde sah man dazu im Frühjahr auch keine Notwendigkeit. „Erst mal abwarten“, hieß es damals.

Viele weiterführenden Schulen im Landkreis sind eingezäunt, der Vandalismus auf dem Gelände nach Schulschluss und in den Abendstunden somit weitgehend ausgesperrt. In Sande allerdings gibt es ein großes Problem: Die Oberschule Sande und die Grundschule grenzen unmittelbar aneinander, folglich gibt es mit dem Landkreis und der Gemeinde Sande zwei Schulträger, die sich einig werden müssten, ob und in welchem Umfang das Schulgelände eingezäunt werden soll. Die Gemeinde Sande sagt für den Bereich ihrer Grundschule ganz klar „Nein“. Und hat dafür ihrer Meinung nach auch einen guten Grund: Denn der Weg über die Schulhöfe ist für viele Sander einer kurze fußläufige Wegeverbindung von der Ortsmitte zwischen der Hauptstraße/Am Markt und dem Falkenweg. Das Vereinsheim des TuS Sande liegt auf dem Schulgelände der Grundschule, die Sporthalle Falkenweg an der Seite der Oberschule. Außerdem die Skateranlage und der so genannte Affenkäfig. Diese Verbindung zu kappen, würde neue Probleme verursachen.

Aus Sicht der Sander Verwaltung halten sich die Sachbeschädigungen und Schmierereien auf dem Gelände der Oberschule auch vollkommen im Rahmen. „Klar, es gibt sie“, sagt Klaus Oltmann von der Gemeindeverwaltung. Und das sei ärgerlich. Aber die Streetworkerin sei oft vor Ort. Im letzten halben Jahr habe es nur wenige Vorfälle gegeben.

Dass das Problem mit Sachbeschädigungen auf dem Schulgelände von der Gemeinde so relativiert wird, können Leitner und Goldmann vom Schulelternrat nicht verstehen. Sie und viele andere Eltern beurteilen das ganz anders.

Bislang sind nur der Schulgarten und der Sportplatz eingezäunt, das Schulgelände selbst ist jederzeit frei zugänglich. Würde nur die Oberschule eingezäunt, würde mitten über den Schulhof eine Grenze gezogen und würden sich – so die Befürchtung – die Probleme mehr Richtung Grundschule verlagern. Im Lauf der Woche will der Schulelterrat nochmals beim Landkreis nachhaken.