Sande - „Redet mit uns!“ – Das ist der Appell und die Bitte, die Elternvertreter der Oberschule Sande am Donnerstag nochmals und lauter als bisher an den Landkreis Friesland als Schulträger gesandt haben. Gleichzeitig erhoffen sich die Schulelternratsvertreter Unterstützung von Minister Olaf Lies aus Sande und vom Landesgesundheitsministerium, das die Elternvertreter nun ebenfalls angeschrieben haben.
Die Lage ist ziemlich vertrackt, die Fronten sind verhärtet. Dabei geht es eigentlich „nur“ um einen Dachschaden an der Oberschule Sande. Ein Gebäudeschaden, der im Laufe der Jahre überall mal vorkommen kann, der dann auch normalerweise ohne großes Gewese zügig und fachmännisch repariert wird – und dann ist Ruhe und alle sind zufrieden.
In Sande ist der Dachschaden inzwischen zu einem Politikum geworden. Dort ist nicht nur das Dach flach, sondern auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten: Auf der einen Seite die Eltern, auf der anderen Seite der Landkreis Friesland als Schulträger, der nur mit Schulleitung, Schulvorstand, Elternratsvorstand und Schülersprecher spricht und mailt, um offene Fragen zu klären.
Das ist den Eltern zu wenig an Informationsfluss: „Die Probleme sind inzwischen zu groß und die Fragen zu viele geworden“, sagt Tina Goldmann vom Schulelternrat. „Wir können nicht alle Fragen stellen, die die Eltern haben, und sehen uns auch nicht in Lage, die Fragen der Eltern zu beantworten, sondern sehen wirklich den Landkreis jetzt dringlichst in der Pflicht, sich den Eltern zu stellen, um die von allen Seiten gewünschte Transparenz aufzubauen.“
Wegen der Leckage am Dach, um die sich der Landkreis nach Meinung der Eltern zu lange nicht richtig gekümmert hat, sei an mehreren Stellen Regenwasser ins Innere gedrungen. Wegen der Wasserschäden wurden bereits einige Unterrichtsräume sowie Räume der Verwaltung gesperrt. Erst Anfang der Woche wurde ein weiterer Klassenraum einer Abschlussklasse gesperrt. Eltern befürchten Gesundheitsschäden für ihre Kinder durch Schimmelbildung im Gebäude. Die Eltern drängen daher auf eine baldige und öffentliche Gesprächsrunde oder Informationsveranstaltung, bei der der Landkreis dezidiert darstellt, wie es mit der Sanierung des Schulgebäudes weitergeht.
Der Landkreis bleibt aus unerfindlichen Gründen weiterhin schmallippig und erklärt schriftlich, dass aktuell die Dachreparatur erfolge und danach in von Feuchtigkeit betroffenen Räumen die erforderliche Sanierung stattfindet. So teilte es Kreissprecherin Nicola Karmires mit. Über den erneuten Wassereintritt wurde das Gebäudemanagement des Kreises informiert und das habe umgehend die Fachfirma um Prüfung gebeten.
Zudem sei eine Einladung zum Gespräch an Schulleitung, Schulvorstand, Elternratsvorstand und Schülersprecher erfolgt, um offene Fragen zu klären. Das soll im Kreisamt stattfinden.
