SANDE - Kreisch!!! Wenn RTL neue Popsternchen castet, fallen im Publikum ziemlich sicher bald die ersten ekstatischen Fans in Ohnmacht. Am Freitag, 22. Juni, wird in der Pausenhalle der Oberschule Sande vermutlich auch freudig gekreischt. Denn auf der mit viel Glitter und Flitter, mit Licht und Tüll und Kunstnebel zur Showbühne aufgemotzten Schulbühne wird gesungen, gerappt, getanzt und musiziert. Bis zu 500 Mitschüler, Lehrer, Eltern und Großeltern werden jubeln, applaudieren, ausflippen vor Entzückung und Zugaben fordern.
Nach mehrwöchigen „Castings“ und „Recalls“, wie die Kandidatenauswahl in der Showbranche neuerdings heißt, soll im schulinternen Talentwettbewerb „Sande sucht den Superstar“ (dieNWZ
berichtete) am 22. Juni ab 17 Uhr das zweistündige Finale über die Schulshowbühne gehen. RTL und Hitradio Antenne kommen auch, was dem ganzen Unternehmen „SSDS“, das nach den Halbjahreszeugnissen unter Leitung von Musiklehrerin Sina Ohlmann eher als Auflockerung des Unterrichts begann, zusätzlich Glamour und Aufmerksamkeit verleiht. Zwölf Finalisten zwischen 12 und 16 Jahren lampenfiebern jetzt ihrem Auftritt entgegen. RTL schickt Elliott Usifo als Juror, Hitradio Antenne – wie RTL nach derNWZ
-Berichterstattung auf den ungewöhnlichen Schulwettbewerb neugierig geworden – vertraut auf das Urteilsvermögen der Moderatorinnen Ariane Wirth und Sandra Dröge. Alle Finalisten können sich schon jetzt auf schöne Überraschungen und Preise freuen. Dem oder den Siegern – es tritt auch ein Trio auf – wird der Erfolg mit Einladungen zu Funk und Fernsehen versüßt. . .Großer Pechvogel von SSDS ist Philipp Schoon. Der Schlagzeuger hatte sich bis ins Finale getrommelt. Unlängst hat er sich beim Sport den Arm gebrochen – nun sitzt er nur im Publikum, und die Spots und Scheinwerfer strahlen auf andere Schülerköpfe.
Als eine der Favoritinnen geht Melissa Gerdes ins Rennen: Die Zehntklässlerin und Leadsängerin der Schulband ist ein großes Gesangstalent und hat sogar schon für „Popstars“ vorsingen dürfen. Mit ihr wetteifern Tabea Heilmann, Finja Rothe, Marcel Hinrichs und Regina Janßen, alle in der 6. oder 7. Klasse, singend um die SSDS-Krone. Als Gesangstrio hoffen auch Frederick Weinberg und die Geschwister Alina und Alexandra Janßen auf den hochgereckten Jury-Daumen.
Es wird aber auch gerappt. Marvin Carstens will zeigen, dass er das Zeug zum neuen Sido-Bushido hat. Melina Ryshkov und Lisa-Maria Voigt wollen mit ihrem Klavierspiel überzeugen, Jana Mattew tanzt.
„Das SSDS-Finale wird ein ganz großes Ding“, freut sich Schulleiter Hans-Joachim Vogt nicht nur über die Freude seiner Schüler am Singen, Tanzen und Musizieren, sondern natürlich auch über die überregionale Aufmerksamkeit, die dem Schulprojekt entgegengebracht wird. RTL will das Finale für sein Regionalfernsehen aufzeichnen.
„SSDS ist nicht nur Sing und Sang“, so Vogt. Der ganze musisch-künstlerische Bereich der Oberschule Sande sei inzwischen involviert: Im Kunstunterricht seien die Plakate gestaltet worden, andere Klassen kümmerten sich mit ihren Lehrern um die Bühnentechnik, nähen Show-Vorhänge und sorgen sich ums „Catering“. „Schnittchenplatten“ sagt man im Showgeschäft nicht. Sogar einen VIP-Bereich soll es geben. Zehntklässler Dennis Lübben, in der Vorrunde noch Juror, führt als Moderator durch die Gala-Veranstaltung und hat sich schon einen schicken Anzug herausgelegt.
Mehr als 100 Schüler haben in den vergangenen Wochen im Musikraum vorgesungen, getanzt oder ihr Können an Musikinstrumenten gezeigt. „Fiese Sprüche á la Dieter Bohlen gab es selbstverständlich nicht von uns“, sagt Sina Ohlmann. SSDS betone die Stärken der Teilnehmer. Dennoch floss auch mal ein Träne, wenn jemand nicht weitergekommen ist. 30 Schüler durften in den so genannten Recall. Jetzt also das Finale. Es schlägt die Stunde der Besten.
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