Sande - Rat und Verwaltung der Gemeinde Sande überprüfen zurzeit die Einteilung der Schulbezirke für die drei Sander Grundschulen. Zwei Optionen stehen dabei zur Wahl: Es bleibt wie es ist und die Gemeinde behält ihre drei Schulbezirke für die Schulen in Sande, Cäciliengroden und Neustadtgödens, oder aber es gibt nur noch einen Schulbezirk und Eltern können künftig völlig frei entscheiden, auf welche der drei Grundschulen ihr Kind gehen soll.
Zurzeit ohne Satzung
Auslöser für die Überprüfung der Schulbezirke war eine Aufforderung des Landesrechnungshofs. Der monierte, dass die Gemeinde als Träger der Grundschulen keine Schulbezirkssatzung hat, sondern lediglich eine Verfügung. „Wir hängen da rechtlich im luftleeren Raum“, erklärte Schulausschussvorsitzende Ulrike Schlieper (SPD). Diesen Mangel müsse man mit einer Satzung nun beheben. Bis Anfang März soll nun entschieden werden, wie die Gemeinde Sande es mit ihren Schulbezirken handhaben will.
Derzeit gibt es für jede der drei Schulen einen eigenen Schulbezirk. Vorgeschrieben ist das so allerdings nicht, erklärte Nadine Stamer von der Gemeindeverwaltung im Schulausschuss. Sande könnte auch einen gemeinsamen Schulbezirk für alle Grundschulen beschließen.
Das würde bedeuten, dass Eltern eine Wahlfreiheit zwischen den Schulen haben. Sande müsste dann allerdings Kapazitätsgrenzen festlegen, damit nicht eine Schule aus den Nähten platzt, während in einer anderen die Klassen leer bleiben.
Welche Auswahlkriterien dafür gelten, müsste ebenfalls in der Satzung festgeschrieben werden. Ein wichtiges Kriterium wäre zum Bespiel die Wohnortnähe. Alternativ wäre bei diesem Modell auch grundsätzlich ein Losentscheid denkbar.
Vorteil für einen gemeinsamen Schulbezirk wäre die Stärkung einzelner Schulstandorte – umgekehrt könnte sich das aber auch als Nachteil erweisen, wenn kleine Schulen Schüler verlieren, weil die Angebote größerer Schulen vielfältiger sind.
Nachteile wären zudem die gegebenenfalls höheren Kosten für die Schülerbeförderung. Außerdem ist mit diesem Modell eine Prognose zur Schulentwicklung kaum mehr möglich. Vorteilhaft wären wiederum der Wettbewerb der Grundschulen für ein hohes qualitatives Angebot. Außerdem könnte die Gemeinde An- und Umbauten an Schulen vermeiden. Bei Erreichen der Kapazitätsgrenze würden Schüler auf andere Schulen verteilt.
Für das Beibehalten dreier Schulbezirke sprechen unter anderem kurze Schulwege und verlässliche Schulentwicklungsprognosen.
Fraktionen beraten
Die Leiter der drei Sander Grundschulen wollten sich im Ausschuss nicht festlegen, tendieren aber zum bestehenden Modell mit drei Bezirken. Manja Dobiasch (Cäciliengroden) und Angelika Haak (Neustadtgödens) befürchten eine Schwächung ihrer Schulstandorte.
Für Bürgermeister Stephan Eiklenborg ist die Vorlage ein Einstieg in die Diskussion. In den Fraktionen wird nun weiter beraten.
