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Schwimmen Von der Küste – aber Nichtschwimmer

Sande - Die Nordseeküste ist nur ein paar Kilometer entfernt, und auch das nächstgelegene Hallenbad ist im Jeverland in höchstens einer halben Stunde zu erreichen, nicht zu vergessen, die zahlreichen Freibäder, die bald wieder öffnen. Das sind eigentlich ganz gute Voraussetzungen, um schwimmen zu lernen. Und dennoch: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Jeverland, die nicht oder nicht gut schwimmen können, steigt. Und es gibt auch viele Erwachsene, die nie schwimmen gelernt haben.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hatte erst vor wenigen Tagen alarmierende Zahlen präsentiert: Demnach kann heute bundesweit jedes zweite Grund­­schulkind nicht sicher schwimmen. Auch rund ein Viertel der Erwachsenen seien Nichtschwimmer.

Jeder Dritte kann’s nicht

In Sande sehen die Zahlen nicht viel besser aus, wie die Schulleiterinnen bestätigen: An der Grundschule Sande können im 3. Jahrgang von 50 Kindern 18 nicht schwimmen; in Cäciliengroden sind die Zahlen zwar besser, aber auch dort gibt es einige Nichtschwimmer in der 3. Klasse.

Seitdem das Lehrschwimmbecken vor ein paar Jahren geschlossen hat und auch das Hallenbad in Schortens seit bereits drei Jahren wegen Sanierung nicht zur Verfügung steht, sind die Möglichkeiten der Schwimmausbildung spürbar dezimiert. So gut es geht werden sie mit kostenfreien Schwimmkursen in den Sommerferien im Nautimo in Wilhelmshaven kompensiert.

„Die hohe Zahl der Nichtschwimmer ist kein Ruhmesblatt für die Küstenregion“, sagte Reinhold Harms von der Bildungsregion Friesland am Mittwochabend im Sander Schulausschuss. Dort ging es um ein Gemeindeschwimmkonzept, mit dem die Gemeinde Sande dafür sorgen will, dass mehr Kinder früher schwimmen lernen. Vorbild für Sande ist dabei die Gemeinde Wangerland. Dort startete die Bildungsregion Friesland ein Pilotprojekt, um Grundschülern Schwimmunterricht zu ermöglichen, sagte Harms.

Eine Gruppe von sechs Kindern bekam vier Wochen lang an drei Tagen pro Woche nachmittags – insgesamt also 12 Stunden – Schwimmunterricht. Es handelte sich um ein freiwilliges Angebot. Der Schülertransport erfolgte mit einem Kleinbus mit ehrenamtlichen Kräften. „Wir haben es einfach mal gemacht und es hat funktioniert“, sagte Harms.

Start schon ab Klasse 1

Diese Idee müsste auch in Sande funktionieren, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Das Konzept in Sande sieht vor, mit Kindern, die nicht schwimmen können, schon in der ersten Klasse zu beginnen. Im Wangerland – beziehungsweise an der Grundschule Tettens – wurde das Konzept in den Ganztag integriert.

Nun soll versucht werden, auch in Sande ein solches Modell einzurichten. Die Verwaltung hat nun den Auftrag, gemeinsam mit der Bildungsregion Friesland und den Grundschulen zu prüfen, was realistisch umsetzbar ist und welche Bäder dafür in Frage kommen.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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