SANDE - Die vorsorgliche Abschaltung der Facebook-Seite des Landkreises Friesland und der Gemeinde Sande im vorigen Jahr erschwert die Arbeit des Jugendzentrums Sande: Ohne ,Facebook wird es heutzutage immer schwieriger, mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen und in Kontakt zu bleiben, beklagte der Leiter des Sander Jugendzentrums, Dietmar Roth, im Sander Schul-, Jugend- und Sozialausschuss.
Facebook, mit inzwischen weltweit mehr als 800 Millionen Nutzern das größte soziale Netzwerk überhaupt, ist aus dem Alltag der meisten Nutzer nicht mehr wegzudenken; vor allem für Jugendliche ist diese Plattform heute die wichtigste, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Wer nicht bei Facebook ist, der existiert gar nicht, sagen viele Jugendliche.
Wie berichtet, hatten sich der Landkreis sowie zahlreiche Kommunen wegen ungeklärter rechtlicher Fragen zum Datenschutz bis auf weiteres aus Facebook ausgeloggt. Eine Verpflichtung des Sander Jugendzentrums dazu habe aber nicht bestanden, hieß es. Gleichwohl hatte Jürgen Focke als Datenschutzbeauftragter der Gemeinde entschieden, den Empfehlungen des Kreises zu folgen. Und diese Regelung soll wohl weiterhin gelten. So müssen Roth und seine Kollegen vom Jugendzentrum vorerst andere Wege gehen, um Freunde zu finden und Jugendliche für die Angebote des Jugendzentrums zu begeistern.
Und Angebote gibt es zur genüge, wie Roth in seinem Bericht auflistete: Neben Beratung und (Hausaufgaben-) Hilfe bietet das Jugendzentrum unter anderem Proberäume für Musiker, Fitnesstraining, Disco-Veranstaltungen, Filmabende und Kreativangebote an, es wird gekocht und gebacken oder stehen Fahrten ins Kino, in Schwimmbäder, Spielscheunen, Tier- und Freizeitparks oder zu Sport- und Konzertveranstaltungen auf dem Programm. Diskussionen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen werden nicht ausgespart, es gibt Integrationsangebote und Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche inklusive Bewerbungstraining. Und natürlich ist auch im Jugendzentrum Sande das Internet allgegenwärtig.
Roth zufolge würden täglich etwa 50 Jugendliche die Angebote nutzen. Ein abgespecktes Angebot gibt es im Gemeindehaus Neustadtgödens, in dem zweimal pro Woche der Jugendtreff stattfindet.
