SANDKRUG - Die Waldschule in Sandkrug, in der zurzeit 530 Haupt- und Realschüler noch gesondert unterrichtet werden, soll Integrierte Gesamtschule (IGS) werden. Dies jedenfalls wollen das Lehrerkollegium und die Elternschaft, berichtete am Montag Rektor Stephan Piper.

Es sind vor allem zwei Gründe: Zum einen droht die Hauptschule „auszubluten“, weil immer weniger Kinder nach der Grundschule dort angemeldet werden. Darüber hinaus könne man zahlreichen Mädchen und Jungen den zeitaufwendigen Schulbusverkehr zu den Gymnasien (zum Beispiel GAG in Oldenburg oder Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn) ersparen, wenn sie gemeinsam bis zur zehnten Klasse in Sandkrug unterrichtet würden.

Am Mittwoch, 11. Juni, findet um 18 Uhr in der Aula eine Informationsveranstaltung statt, bei der Diedrich Smiedt, Leiter der IGS Helene-Lange-Schule aus Oldenburg über die langjährigen Erfahrungen mit dieser Schulform berichtet. Anschließend tagt der aus Lehrern, Eltern und Schüler bestehende zwölfköpfige Schulvorstand, um darüber zu beschließen, ob der Antrag auf Umwandlung in eine IGS gestellt wird. Dieser geht zunächst an die Gemeinde. Wenn der Rat zustimmt, muss noch der Landkreis beteiligt werden. Auch eine Elternbefragung ist vorgesehen. Die Genehmigung erteilt das Kultusministerium.

Zunächst wolle man an der Waldschule eine IGS bis zur Klasse zehn, so Piper. Eine mögliche gymnasiale Oberstufe sei noch kein Thema. Eine IGS wird in der Regel als Ganztagsschule geführt. Diese Voraussetzung wird die Waldschule ab dem neuen Schuljahr erfüllen.

Ziel der IGS, so das Kultusministerium auf seiner Homepage, ist es, den Schülerinnen und Schülern eine grundlegende, erweiterte oder breite und vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln und ihnen eine individuelle Schwerpunktbildung entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit und ihren Neigungen zu ermöglichen. Am Ende des Sekundarbereichs I stehen Abschlüsse, die auch an der Hauptschule, der Realschule und dem Gymnasium vergeben werden. Der Erwerb des Erweiterten Sekundarabschlusses I berechtigt zum Übergang in die gymnasiale Oberstufe.

Das für die IGS charakteristische Prinzip der Integration zeigt sich daran, dass Schülerinnen und Schüler eine Schule besuchen, nach einem gemeinsamen Lehrplan unterrichtet werden, am gemeinsamen Unterricht in mehreren Fächern und am gemeinsamen Schulleben teilnehmen.

Die IGS sei aber auch eine differenzierende Schulform, so das Ministerium. Eine äußere Leistungsdifferenzierung durch Fachleistungskurse wird auf mindestens zwei Anspruchsebenen in Mathematik und Englisch ab dem 7., in Deutsch ab dem 8. und in den Naturwissenschaften spätestens ab dem 9. Schuljahrgang durchgeführt.

Als einen ersten Schritt zur Integration bezeichnete es Piper, dass im neuen Schuljahr die Wahlpflichtkurse von Haupt- und Realschülern gemeinsam besucht werden. Dabei handelt es sich um vier Wochenstunden in den musischen Fächern (Musik, Kunst und Werken), in Informatik, Hauswirtschaft, Technik, Geschichte und Erdkunde.