SANDKRUG - Vergeblich appellierte Ausschuss-Vorsitzender Harry Viebrok (SPD) am Mittwochabend im Saal des Rathauses in Kirchhatten an die Mitglieder des Schul-, Bildungs- und Kulturausschusses, mit einem einstimmigen Beschluss den Wunsch der Waldschule Sandkrug auf Umwandlung in eine Integrierter Gesamtschule (IGS) zu unterstützen. Heinz Priesmeyer und Edo Wübbenhorst von der FDP stimmten aus prinzipiellen Gründen dagegen. Die FDP gehört in allen Landesparlamenten zu den Verfechtern des dreigliedrigen Schulsystems. SPD, CDU und Grüne hingegen waren dafür, dass die Gemeinde als Schulträgerin einen entsprechenden Antrag stellt.
Bis die Kultusbehörde eine Genehmigung erteilt, sind jedoch noch Hürden zu überwinden. So müssen die Eltern der Grundschulklassen 1 bis 4 (auch in den Nachbargemeinden) befragt werden und mehrheitlich dafür sein. Auch muss der Bestand einer solchen IGS längerfristig gesichert sein. Weiter fordert das Land eine durchgängige Fünfzügigkeit, die in Sandkrug wahrscheinlich nicht erreicht wird. Diese Hürde sei nicht nachvollziehbar und schade dem ländlichen Raum, beklagte Axel Brammer (SPD), der auch dem Landtag angehört. Bei Kooperativen Gesamtschulen reichen vier Züge, wobei der Gymnasialzweig zwei Klassen aufweisen muss. Deshalb will die Gemeinde Hatten die Möglichkeit einer Kooperation mit anderen Gemeinden im Landkreis prüfen. Wardenburg hat bereits für die Everkampschule einen Antrag beim Kultusministerium gestellt und bietet Hatten eine Zusammenarbeit an.
Auf der jüngsten Sitzung des Kreis-Schulausschusses wurde Landrat Frank Eger beauftragt, den Bedarf an Gesamtschulen im Landkreis zu ermitteln.
Rektor Stephan Piper von der Waldschule hatte den Antrag des Schulvorstandes unter anderem damit begründet, dass die Hauptschule auch langfristig nicht einmal einzügig gesichert sei, dass der Anteil der Schüler, die aufs Gymnasium gehen, jetzt schon bei 50 Prozent liege und weiter ansteigen werde, dass bei Anmeldungen an der Waldschule immer häufiger der Wunsch nach einer Gesamtschule geäußert werde, dass eine integrative Beschulung bis Klasse zehn für kürzere Schulwege sorgen werde, dass das Kollegium an einer pädagogischen Weiterentwicklung interessiert sei und dass sich insbesondere für die jetzigen Hauptschüler neue und bessere Perspektiven für die schulische und berufliche Bildung eröffneten.
Die Gemeinde solle ein deutliches Signal für die IGS geben, forderte Susann Kügler (Grüne), Brigitte Behrens (CDU) eine ausführliche Information der Eltern vor deren Befragung.
