SANDKRUG - Aus einer Millionen-Metropole des bevölkerungsreichsten Landes der Erde in eine kleine Gemeinde im Oldenburger Land – diesen Sprung von einer Kultur in eine völlig andere haben zwei chinesische Teenager gewagt. Sie haben ihn nach wenigen Wochen offensichtlich gut überstanden: Der 16-jährige Jingwei Song aus Shanghai, der mit inzwischen schätzungsweise 18 Millionen Einwohnern größten Stadt der Volksrepublik, und die 15-jährige Yifang Ren aus Schenyang, mit acht Millionen Menschen immer noch mehr als doppelt so groß wie Deutschlands Hauptstadt Berlin, sind seit zwei Wochen zu Gast bei Familien in der Gemeinde Hatten und besuchen seit dem 25. August die Waldschule in Sandkrug.

Im Rahmen eines Schüleraustausches der Organisation „Youth for Understanding“ ist Yifang Ren zu Gast bei der 14-jährigen Alina Wellmann und ihrer Familie in Hatterwüsting und besucht die Realschulklasse 10 bR von Lehrer Peter Schöne. Jingwei Song ist für die kommenden elf Monate bei Joshua Rabe (15) und seiner Familie, ebenfalls in Hatterwüsting zu Gast, und drückt die Schulbank in der Klasse 10a R von Klaus Sievers.

Die beiden Gäste aus China sprechen bereits recht gut deutsch, besonders, wenn man berücksichtigt, dass die Deutschkurse in ihrer Heimat gerade mal ein halbes beziehungsweise ein viertel Jahr dauerten. Englisch ist in chinesischen Schulen, wie fast überall auf der Welt, Fremdsprache Nummer eins. Wenn es mit dem Deutschen nicht ganz so klappt, verständigen sie sich mit den Sandkruger Lehrern und Mitschülern eben auf Englisch. Ehe sie nach Hatterwüsting kamen, haben sich die beiden Gäste in einem vierwöchigen Intensivkurs in Heppenheim auf ihren Deutschlandaufenthalt vorbereitet und auch das deutsche Essen kennen gelernt, das für sie „kein Problem“ darstellt.

Während Yifang Ren schon einmal das Nachbarland Korea besucht hat, ist es für Jingwei Song der erste Auslandsaufenthalt. In und mit ihren Gastfamilien werden sie in den kommenden elf Monaten auch Land, Leute, Kultur und Sehenswürdigkeiten in Deutschland kennen lernen und im Juli kommenden Jahres voller neuer Erfahrungen die Heimreise antreten.