Sandkrug - Nicht alle junge Eltern wollen oder müssen ihre Kinder schon ganz früh in einer Krippe betreuen lassen. Seit Juni dieses Jahres gibt es es in der Gemeinde Hatten für sie das Café Bobbycar: eine Anlaufstelle, an der sich junge Eltern mit Ihresgleichen treffen und austauschen können. Am Dienstag, 25. September, erfolgte nach einer mehrmonatigen Anlaufphase der offizielle Startschuss im Jugendzentrum Sandkrug, Bümmersteder Straße 49 A.
Das Café Bobbycar ist ein kostenloses Angebot für Eltern mit Kindern von einem bis drei Jahren. Bei Kaffee, Tee und Keksen können die Eltern hier miteinander ins Gespräch kommen. Für die Kinder gibt es Spielsachen sowie durch die Erzieherin Vanessa Sonntag angeleitete Finger-, Sing- und Kniereitspiele. Einige der zurzeit zehn Elternpaare und Kinder kennt sie schon: Seit vier Jahren betreut sie in der Holzkirche an der Bahnhofstraße in Sandkrug das Café Kinderwagen für die noch jüngeren Erdenbürger.
30 Prozent nicht in Krippe
„In beiden Fällen geht es darum, den Eltern zu helfen, sich gegenseitig zu vernetzen und in Erziehungsfragen auszutauschen“, sagt Vanessa Sonntag. Unterstützt wird sie von den Müttern Anne Braaf und Stephanie Mroß, die beide ehrenamtlich bei den Vorbereitungen im Café Bobbycar helfen. Wegen der Doppelnutzung des Gebäudes müssen vor den Treffen Tische und alle Dinge, die von den Zwei- bis Dreijährigen umgeworfen werden könnten, weggeräumt und am Ende wieder aufgebaut werden. Sicher nicht optimal, aber eine bessere Lösung fand sich nicht. Man habe längere Zeit nach einem Standort gesucht, betont Bürgermeister Christian Pundt, sei aber sehr froh, neben Kitas und Krippen dieses Zusatzangebot den Bürgern zur Verfügung stellen zu können. Immerhin 30 Prozent der ganz jungen Kinder werden nach Gemeindeangaben derzeit noch nicht in einer Krippe angemeldet.
Kosten durch das Café Bobbycar entstehen der Kommune nicht. Die Gemeinde stellt dem Landkreis das Jugendzentrum frei zur Verfügung. Dafür übernimmt dieser die Finanzierung des für die Eltern kostenlosen Angebots. „Wir freuen uns, dass das in Sandkrug so gut geklappt hat“, sagt Beate Pollak, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen im Jugendamt des Landkreises Oldenburg.
Insgesamt ist mit Hatten jetzt der sechste Standort im Landkreis Oldenburg angelaufen. Der Wunsch der Eltern, die Treffen auch dann fortzusetzen, wenn ihre Kinder aus dem Kinderwagenaltern heraus sind, war schon länger da. „Immer wieder hieß es, es klappt noch nicht“, erinnert sich Anne Braaf. Das es jetzt doch gehe, sei für sie und Stephanie Mroß auch eine Motivation gewesen, sich ehrenamtlich einzubringen.
