SANDKRUG - Kinder und Jugendliche lernen nicht nur in der Schule und von ihren Lehrern, neben den Eltern können ihnen auch Großeltern viel beibringen. Andersrum funktioniert das aber genauso, zumindest wenn es um moderne Technik geht. Mit Computern gehen Kinder oft viel unbefangener um als die Generation ihrer Opas und Omas – auch wenn viele ältere Menschen sich für technische Neuerungen offen zeigen.
An der Grundschule Sandkrug hat jetzt die von Solveig Schettlinger geleitete Computer-AG einen Kursus für Großeltern gestartet. Vor einem Computer hatten sicher die meisten älteren Teilnehmer schon mal gesessen, ein Videotelefonat über ein Whiteboard, eine große interaktive Schultafel, war für sie aber neu.
Nach den ersten Vorführungen ging es in die Praxis – Schritt für Schritt führten die jungen Lehrer ihre „Schüler“ vom ersten Start eines Computers bis zur Suche nach einer Internetseite oder zur ersten E-Mail. Einer der Teilnehmer war Klaus Brokhage. Der 67-Jährige hat zwar durchaus schon Erfahrung im Umgang mit Computern, sagt aber: „Ich konnte aber trotzdem etwas mit nach Hause nehmen, was ich vorher noch nicht wusste. Und es hat Spaß gemacht.“
Einen Lerneffekt hat der Computerkursus aber nicht nur für die Großeltern, ist Schettlinger überzeugt: „Für die Schüler ist es toll, mal in die Rolle des Lehrers zu schlüpfen. Sie merken zum Beispiel, dass Lernen durch Ansehen und Wiederholen funktioniert, und dass man Geduld braucht, wenn man jemandem etwas beibringen möchte.“
Unter dem Motto „Ran an den Computer – Schüler schulen Senioren“ unterstützten der Verein „N 21 – Schule in Niedersachsen online“ und die Sparkassen derartige Kurse. Den Ansatz, unterschiedliche Altersstufen zusammenzubringen, verfolgt Solveig Schettlinger noch auf einer weiteren Ebene. Ihre AG traf sich auch schon mit einer neunten Klasse der Waldschule zu einem Computerkursus – da waren allerdings die Grundschüler tatsächlich die Schüler.
