SANDKRUG - Brieffreundschaften mit Schülern aus verschiedenen Ländern gibt es an vielen Schulen. Solveig Schettlinger, Klassenlehrerin der 4B von der Grundschule Sandkrug hat sich aber etwas besonderes ausgedacht: Über das Internet-Portal „eTwinning“ (e für elektronisch, Twinning für Partnerschaft) hat sie Schulen aus ganz Europa dafür gewonnen, sich gegenseitig Pflanzensamen zu schicken.
Dabei erfahren die Empfänger nicht, um welche Pflanzensorte es sich handelt. Sie müssen die Samen einpflanzen und die jungen Pflänzchen hegen und pflegen, bis sie herausfinden, was genau sie da eingepflanzt haben. Seit September 2010 läuft das Projekt, 14 Schulen aus vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien, Bulgarien, Tschechien, Rumänien beteiligen sich und so bringt der Postbote immer neue Briefe und Päckchen aus weit entfernten Ländern.
Auf der Festerbank der Klasse 4B stehen die Blumentöpfe in langen Reihen, die ersten Pflanzen sind auch schon „enttarnt“ worden. Die Ringelblume hatte die Mutter eines Schülers erkannt – viele Eltern raten begeistert mit. Der Samen dazu war aus einer französischen Partnerschule in Sandkrug eingetroffen. Und von dort kam jetzt auch richtiger Besuch: Thierry Alquier, Lehrer der französischen Partnerklasse aus Langevin, einem Vorort von Paris machte am vergangenen Freitag Station in Sandkrug.. „Er hat ein Video mitgebracht, auf dem sich seine Klasse vorgestellt hat, und wir konnten ihm Fragen über seine Schule stellen“, erzählt der zehnjährige Frederic.
Nach nur zwei Schulstunden Stunden war der Gast aus Frankreich schon wieder weg – der Kontakt mit seinen Schülern soll aber über das Projekt hinaus halten, hofft Solveig Schettlinger: „Für mich und meine Schüler ist es eine große Chance, mit Kindern aus anderen Nationalitäten einen echten Dialog zu starten, Neugierde auf unsere europäischen Partner zu wecken und Verständnis für andere Nationen zu wecken.“
