SANDKRUG - 12.50 Uhr am Mittwoch am Sommerweg in Sandkrug: Dutzende Kinder überqueren den Weg an einer Einengung zwischen Grundschule und Elternselbsthilfekindergarten.
Anja Tummescheit, Martina Mädge, Maika Zehny und Gerold Wenke beobachten die Situation mit sorgenvoller Miene. Immer wieder, berichten sie, kommt es zu Beinahe-Unfällen an dieser Stelle. Vor wenigen Wochen stieß Jana, die neunjährige Tochter von Anja Tummescheit auf ihrem Fahrrad mit einem Kleinbus zusammen. „Sie ist wie in Zeitlupe hingefallen. Ihr und dem Rad ist zum Glück nichts passiert“, erzählt die Mutter. Sie und die anderen Eltern wollen trotzdem versuchen, etwas zu ändern. Die Kinder sollten an dieser Stelle „Vorfahrt“ haben, finden sie und wünschen sich einen Zebrastreifen. Ein entsprechender Vorstoß bei der Gemeinde war schon 2009 ohne Erfolg, berichtet Gerold Wenke.
Bisher versuchten die Lehrer den Kindern immer wieder zu vermitteln, dass sie warten müssen, wenn ein Auto kommt, erklärt Lehrer Lothar Schoon, das wirke aber immer nur begrenzt.
Auch über Lotsen wurde schon nachgedacht, besonders, weil die Situation vor allem vor Schulbeginn und nach Schulende kritisch ist. Ein Schülerlotsenprojekt mit der Waldschule sei ausgeschlossen, sagt Grundschulleiter Gerhard Behrendt, weil dort der Unterricht früher beginnt als an der Grundschule, es sei aber durchaus auch schon über Eltern als Lotsen gesprochen worden. Behrendt würde sich wünschen, dass bei einem Lösungsversuch auch die seiner Meinung nach ebenfalls nicht ungefährlich Kreuzung Sommerweg/Schulweg entschärft wird.
Optimal sei die Situation an der Grundschule nicht, gibt Bauamtsleiter Erhardt Rabe zu. Einen Zebrastreifen sieht auch er skeptisch, will aber klären lassen, ob die Gemeinde diesen ohne Zustimmung des Landkreises überhaupt anordnen könnte. Rabe will ebenfalls klären, welche Voraussetzungen zur Einrichtung eines Lotsendienstes erfüllt werden müssten. Das Thema soll außerdem auch im Arbeitskreis Verkehr besprochen werden, dem Vertreter aller Ratsfraktionen angehören und der voraussichtlich am 16. Februar tagen soll.
Bereits eingeplant ist, eines der Geschwindigkeitsmessgeräte, die die Gemeinde in diesem Jahr anschaffen wird, fest am Sommerweg zu installieren um Autofahrer auf Geschwindigkeitsüberschreitungen und auf die Gefahrensituation durch Schüler aufmerksam zu machen.
