SANDKRUG - Hausmeister Jürgen Dallmann leitet die AG. Hahn „Caruso“ und seine Hennen müssen zurzeit im Stall bleiben.

Von Stephan Onnen

SANDKRUG - Das Klingeln zur ersten Stunde um 7.30 Uhr könnte sich die Waldschule Hatten sparen – Hahn „Caruso“ würde mit seinem Krähen gerne in die Bresche springen. „Caruso“ hat als Oberhaupt einer 20-köpfigen Hühnerschar im Schulzentrum eine Heimat gefunden – federführend in der Betreuung ist die von Hausmeister Jürgen Dallmann geleitete Schüler-Arbeitsgemeinschaft „Natur pur“. „Alle mögen die Hühner“, freut sich Dallmann über die Akzeptanz, die die Hühnerhaltung bei Schülern und Lehrern genießt. Denn ohne die Zustimmung des Kollegiums dürften die Hühner an der Waldschule nicht ein Ei legen.

„Eingeschult“ wurde das Federvieh bereits im Frühjahr. Der Sandkruger Wolfgang Riemer hatte der Waldschule zwölf Küken zur Verfügung gestellt. Karin und Gerd Grundmann aus Sandkrug sowie Karin Ripphausen aus Oldenburg sorgten für tierischen Zuwachs und gaben ebenso wie Wolfgang Riemer fachlichen Beistand. Jürgen Dallmann errichtete für die Hühner einen 1600 Quadratmeter großen Auslauf zwischen zwei Schultrakten. Seit das Land Niedersachsen zum Schutz vor der Vogelgrippe ein bis zum 30. November geltendes Verbot für die Freilandhaltung verhängt hat, sind die Hühner in einem komfortablen Stall untergebracht, den Jürgen Dallmann zusammen mit seinem Kollegen Henning Bruns zusammengezimmert hat. Bei der Finanzierung half die Gemeinde Hatten mit. Die Hausmeister haben das Hühnerhaus direkt an die Glasfront des langen Flurs zwischen Haupteingang und Lehrerzimmer angebaut, so dass Schüler und Lehrer in den Pausen oder beim Klassenraum-Wechsel Caruso und Co. bei ihrem Treiben zuschauen können.

Jürgen Dallmanns Frau Susanne hat sich bereit erklärt, den Stall regelmäßig auszumisten.

Die 13 Schüler der „Natur pur“-AG kümmern sich nicht nur mittwochs, wenn AG-Tag ist, um die Hühner. Sie sorgen dafür, dass die Hühner neben dem Trockenfutter, das von der Hatter Mühle bezogen wird, auch Gurken und Apfelscheiben picken können. Die Hühner danken es ihnen mit eifriger Eier-Produktion: Täglich fallen etwa fünf Eier an, die für 20 Cent pro Stück an Schüler und Lehrer verkauft werden. Mit dem Erlös wird das Futter finanziert. „Außerdem wollen wir versuchen, das Geld, das die Gemeinde zur Verfügung gestellt hat, wieder zu erwirtschaften“, sagt Jürgen Dallmann.

Die Hühnerbetreuung ist nicht das einzige Projekt der „Natur pur“-AG: Unter Dallmanns Anleitung haben die Schüler eine Naturstein-Wand am Lehrerparkplatz aufgemauert. Zurzeit überlegen die Kinder, die aus den 5. bis 7. Klassen kommen, wie am Schulzentrum Energie eingespart werden könnte. Und fürs nächste Jahr ist geplant, ein Gemüsebeet anzulegen.