Schierbrok - Umweltschutz macht Schule in Schierbrok, und das schon seit 20 Jahren: 2001 erhielt die Grundschule am Trendelbuscher Weg erstmals das Prädikat „Umweltschule in Europa“ und durfte an ihrem Fahnenmast die entsprechende Flagge hissen, die immer für einen zweijährigen Projektzeitraum vergeben wurde. „Jetzt weht hier schon die zehnte Flagge“, freute sich Schulleiterin Gaby Goetz am Mittwochvormittag, nachdem die Zeremonie einmal mehr abgeschlossen war.

Und „es geht immer weiter“, sagte Goetz. Für die Phase von 2019 bis 2021 hat sich die Grundschule erneut um die Auszeichnung beworben. Auch die nächste Umwelt-Fahne dürfte ihr sicher sein, denn Schulkinder und Lehrkräfte intensivieren ihr Engagement für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit noch weiter: Ab diesem Schuljahr stehen Umwelt- und Klimaschutz sogar fest auf dem Stundenplan – zwei Unterrichtsstunden pro Woche sind für jede Klasse obligatorisch. „Das ist fächerübergreifender Unterricht“, erklärte Lehrerin Ute Aschemann, die das Projekt „Umweltschule“ in Schierbrok federführend betreut. Zwar seien der Musik-, Kunst- und Textilunterricht dafür etwas „beschnitten“ worden, aber diese Fächer spielen im Umweltunterricht weiter eine Rolle – zum Beispiel, wenn mit Naturmaterialien Musik gemacht wird oder aus Abfallprodukten Kunstwerke entstehen.

Acht Umweltschulen im Landkreis Oldenburg

An der Uni Osnabrück wurden Anfang Oktober insgesamt 90 Schulen aus der Region Weser-Ems als „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ausgezeichnet. Die Grundschule Schierbrok ist eine von acht Schulen im Landkreis Oldenburg, die das Prädikat wieder erhielten. Sie ist seit 1999 ununterbrochen „Umweltschule in Europa“.

Ebenfalls seit 20 Jahren trägt die  Grundschule Achternmeer die Auszeichnung. Weitere Umweltschulen im Landkreis sind die Letheschule (Förderzentrum Lernen) in Oberlethe (seit 2001), die  Grundschule Neerstedt (seit 2007), die Grundschule Huntlosen (seit 2013), die Grundschule Hohenfelde in Wardenburg-Westerburg (seit 2007), die Wallschule in Wildeshausen (seit 2006) und die Grundschule Harpstedt (seit 2017). Seit 2011 ist auch das vom Landkreis getragene  Graf-Anton-Günther-Gymnasium in Oldenburg Umweltschule.

Bevor am Mittwoch die zehnte Umweltfahne am Mast flatterte, stellten die verschiedenen Klassen der Grundschule in der Aula ihre vielfältigen Projekte vor, mit denen sie sich die Auszeichnung einmal mehr verdient hatten, und kündigten auch schon ihre nächsten Themen an. Unter anderem ging es dabei um gesunde Ernährung, Müllvermeidung, Wiederverwertung und Kenntnisse über Tiere und Pflanzen. Daneben laufen aber auch viele Projekte der vergangenen Jahre noch weiter, etwa diverse Maßnahmen zur Schulhofverschönerung.

„Wir wollen mit unserer Umweltbildung langfristig arbeiten“, sagte Schulleiterin Goetz. „Indem sich vieles wiederholt, prägt es sich besser ein.“ Primär gehe es an der Grundschule aber zunächst um die Bewusstseinsschärfung, so Ute Aschemann: „Die Kinder sollen die Natur lieben und schätzen lernen, das ist der erste Schritt. Und aus verantwortungsvollen Kindern werden dann – hoffentlich – verantwortlich handelnde Erwachsene.“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)