SCHIERBROK - Mathe hieß noch Rechnen, statt Biologie gab es Naturlehre und für die Mädchen stand Kochen auf dem Stundenplan, während die Jungen Werken hatten. Eine ganze Weile ist das schon her, mehr als 40 Jahre – und so lange hatten sich auch manche der Mittfünfziger, die am Sonnabend in der Schierbroker Schule zusammenkamen, nicht mehr gesehen. Wiedererkannt haben sich die Teilnehmer des Klassentreffens trotzdem, und wenn es einmal mit dem Namen haperte, halfen die Organisatoren Margrit Gremlowski, Ruth Getzlaff und Hinnerk Twietmeyer mit den Anmeldelisten auf die Sprünge.

Eineinhalb Jahre zusammen

Rund 35 Frauen und Männer erschienen zum Wiedersehen des Abschluss-Jahrgangs 1968. Die heutige Grundschule war damals Mittelpunktschule für die umliegenden Ortschaften. Nach acht Jahren Dorfschule, oft mit mehreren Klassen in einem Raum, sollten die Jugendlichen wenigstens in ihrem letzten Schuljahr noch Klassenunterricht erfahren. So fanden sich im Frühjahr 1967 die Kinder aus Schierbrok, Elmeloh und Hoykenkamp in der 9a wieder, Mädchen und Jungen aus Schönemoor, Heide und Rethorn kamen in der 9b zusammen – wegen des damaligen Kurzschuljahres blieben sie knapp eineinhalb Jahre zusammen bis zum Volksschulabschluss im Frühsommer 1968.

„Das war eine ganz normale Klasse“, erinnert sich Eckehard Kirsch, damals Klassenlehrer der 9b, der ebenfalls zur Wiedersehensfeier kam. Franz Meyer, der die 9a unterrichtete, ist mittlerweile verstorben. „Mit manchen Schülern gab es auch mal Ärger, aber wir hatten sehr viel Spaß miteinander“, blickte der 69-jährige Kirsch zurück. Den Rohrstock habe er nie gebraucht, obwohl der damals noch eingesetzt wurde, um Rabauken zur Raison zu bringen. Die eine oder andere „Backpfeife“ habe er aber austeilen müssen.

„Das gibt’s heute natürlich nicht mehr“, schmunzelte Katrin Schulze, die die Gruppe durch deren ehemalige Schule führte. „Mensch, wie sich das verändert hat“, staunten die Besucher. Die meisten wohnen zwar noch in der Nähe, aber in der Schule sind viele nie wieder gewesen.

Anstrengende Klassenfahrt

An die gemeinsame Schulzeit erinnern sie sich jedoch gut und vor allem gerne. „Physik hat am meisten Spaß gemacht“, sagte ein Ex-Schüler – das freute den einstigen Physiklehrer Eckehard Kirsch, der fast alle Ehemaligen noch mit Vornamen kennt. Nicht immer Spaß hatten indes besonders die damaligen Mädchen an der Klassenfahrt der 9b nach Schwäbisch-Gmünd: Die Ausflüge mit dem begeisterten Bergwanderer Kirsch empfanden sie eher als Gewaltmärsche. „Die Mädchen waren fix und fertig“, das wusste der pensionierte Lehrer selber noch.

Nach dem Rundgang durch die Schule wurden die Erinnerungen beim gemeinsamen Essen im Hotel Backenköhler weiter vertieft. Hier stießen auch noch weitere frühere Klassenkameraden hinzu.