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Schule Schmökern zählt als Unterricht

Karsten Kolloge

SCHIERBROK - Der Vorraum der Schierbroker Bücherei-Filiale deutete bereits auf eine „geschlossene Gesellschaft“ hin. Dutzende von kleinen Schuhen waren über den Boden verstreut, die Kleiderhaken übervoll. Drinnen herrschte bemerkenswerte Ruhe – obwohl doch eine komplette Schulklasse herumwieselte. „Leseförderung“ stand auf dem Stundenplan der 4b der Grundschule Schierbrok. Und dieser Unterricht der etwas anderen Art findet in der Bücherei statt.

Vor neun Jahren vereinbart

Neun Jahre ist es her, dass die Grundschule Schierbrok und die Gemeindebücherei Ganderkesee eine Kooperation vereinbarten. Wofür man sich entschied, das sei weit und breit wohl einmalig, meint Büchereimitarbeiterin Heike Wolpmann: Jeweils am Freitag in der dritten und vierten Schulstunde kommen die 2., 3. und 4. Klassen der Grundschule wechselweise und nach festem Fahrplan in die kleine Bücherei-Zweigstelle. Hier kann jeder nach ganz persönlichen Vorlieben schmökern und/oder stöbern. Feste Vorgabe: Bei jedem der Besuche darf jedes Kind ein Buch ausleihen – mehr nicht, denn „der Ranzen ist eh schwer genug“, wie Heike Wolpmann weiß.

„Wir sehen uns als Ergänzung zur Schule“, erklärt die Büchereimitarbeiterin. Erstes Ziel des Unternehmens: „Den Spaß am Lesen fördern.“ Daneben gebe es noch eine ganze Reihe positiver Effekte: Da werde die Lesekompetenz gefördert, Kinder würden schon früh an das System Bibliothek herangeführt – und könnten „eine Super-Informationsquelle“ nutzen.

Durch das gemeinsame Lesen und Empfehlungen untereinander hätten die Schüler eine Art Buch-Ranking entwickelt, schildert Tina Rauch, Klassenlehrerin der 4c, ihre Beobachtungen. Und Heike Wolpmann weiß von den Ausleihen her ziemlich genau, was da obenan steht: „Comics gehen immer“, ebenso Witziges wie die Geschichten vom Cowboy Klaus, Fantasy wie Erin Hunters Worrior Cats oder Gruseliges wie R.L. Stines Schattenwelt-Bücher.

Wortschatz umfangreicher

Und der Effekt der Leseförderung? „Eindeutig“ sei der, sagt Edith Bröske, Klassenlehrerin der 4b. Spürbar sei, dass der Wortschatz der Schüler erweitert werde, die Lesetechnik sich verbessere. Darüber hinaus strahle die Lesekompetenz doch auf viele Lebensbereiche aus: „Auch am Computer läuft schließlich alles übers Lesen.“

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